Scherbenland
Filmgespräch am 5.5. um 19:00 Uhr
Der Regisseur Lutz Pehnert ist anwesend.
Infos
Deutschland 2025
Regie: Ferdinand Hübner, Lutz Pehnert
Drehbuch: Lutz Pehnert
Kamera: Florian Geyer, Thomas Hering, Thomas Lütz
Schnitt: Thomas Kleinwächter
100 min
FSK 12
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Berliner Kinostart
„Scherbenland“ erzählt von einer Band, deren erstes Album mit der Frage begann: „Warum geht es mir so dreckig?“ – und von einer Stadt, die durch ihre Lieder verändert wurde.
Anfang der 1970er Jahre wird Kreuzberg zum Experimentierfeld einer Gegenkultur. Mit Songs wie „Macht kaputt, was euch kaputt macht“, „Alles verändert sich“ und „Der Traum ist aus“ geben Ton Steine Scherben einer Generation eine Stimme.
Ihre Musik begleitet Hausbesetzungen, politische Kämpfe und die Suche nach einem anderen Leben.
Der Film folgt den Spuren dieser Zeit und fragt: Was ist von diesem Aufbruch geblieben? Und was passiert, wenn die Hymnen der Scherben auf die Songs der Gegenwart treffen?
Im Berlin von heute begegnet „Scherbenland“ Musiker:innen, deren Lieder vom Leben im Kiez erzählen – darunter das Rap-Trio RAPK und die Songwriterin Maike Rosa Vogel. Ihre Musik entsteht aus dem Alltag eines Bezirks, der sich zwischen Mythos, Gentrifizierung und neuer kultureller Energie bewegt.
Ein Film über Musik und Poesie als Widerstand – damals und heute. Und über die Frage, ob beides noch immer die Kraft hat, eine Stadt zu verändern.
Director's Statement
Lutz Pehnert über „Scherbenland“
Warum dieser Film? Der Urgrund ist identisch mit der Laudatio, die Herbert Grönemeyer 2001 auf das Lebenswerk von Rio Reiser hielt: „Er hat die schönsten deutschen Kampf- und Liebeslieder geschrieben. Er war ein wahrer Romantiker. Und er hat aus der deutschen Sprache gesungen, was rauszuholen ist.“ Rio Reiser starb 1996, vor 30 Jahren. Seine Songs sind die Untoten von Kreuzberg. Anfang 2025, um seinen 75. Geburtstag herum, wurde die Lieder der “Scherben“ und von Rio Reiser allenthalben wieder in Erinnerung gerufen. Mich brachte das auf die Idee, mich nach den „Rios“, den „Scherben“ von heute umzuhören. Ich suchte keine Rebellen, keine Protestsänger, sondern danach, wie Musik in der heutigen Zeit funktioniert, was sie erzählt, was sie bewirkt. Ich suchte nach Musikern und Bands, die mehr oder weniger in Kreuzberg, im „Scherbenland“, aufgewachsen sind und zu deren Heimat- und Erfahrungs-Inventar auch die Lieder von „Ton, Steine, Scherben“ gehören. So kam ich auf Maike Rosa Vogel und RAPK. Mehr brauchte ich nicht. Ich war auch sehr angetan von den Musikclips dieser Protagonisten, in denen das „Scherbenland“ eine jeweils ganz eigene Ästhetik findet. Diese Ästhetik in einen Dokumentarfilm zu integrieren und zugleich deren eigene Kraft und Visualität hervorzuheben, fand ich spannend.






