Hive (Zgjoi)

Filmgespräch
am 5.10. um 19:00 Uhr

Der Kameramann Alex Bloom ist zu Gast

Vorstellungen

Mo, 03.10. 18:00 Uhr Kino 2
OmU, Originalversion  
Mi, 05.10. 19:00 Uhr Kino 1
OmU, Originalversion  

Infos

Schweiz, Albanien 2021
Sprache(OF): albanisch
Regie: Blerta Basholli
Drehbuch: Blerta Basholli
Darsteller: Aurita Agushi, Çun Lajçi, Yllka Gashi
84 min
FSK 12

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IMDb (english)

Aivar im Dorf der Witwen | mitreißend, wütend und letztlich hoffnungsvoll

Kosovo, sieben Jahre nach Ende des Krieges: Noch immer werden unzählige Menschen vermisst, die vom serbischen Militär verschleppt wurden. Im kleinen Ort Krusha e Madhe versucht Fahrije ihre Familie durchzubringen und baut gegen den Widerstand der patriarchalen Gemeinschaft eine Aivar-Produktion auf.

Im kleinen Ort Krusha e Madhe, heute auch als „Dorf der Witwen“ bekannt, verübten serbische Truppen 1999 ein Massaker mit Massenhinrichtungen, Plünderungen und Brandschatzungen. Bis heute bleibt der Verbleib von über 60 Dorfbewohner*innen ungeklärt.
Basierend auf der wahren Geschichte der Mutter und Unternehmerin Fahrije Hoti handelt der Spielfilm HIVE von Regisseurin Blerta Basholli von den Folgen der Verbrechen in Krusha und vom Kampf der Überlebenden um Sichtbarkeit und Akzeptanz.

Vielleicht kommt Fahrijes Mann ja doch noch heim – sowohl sein Vater Haxhi als auch die Kinder halten sich immer noch an dieser Hoffnung fest. In Fahrije aber brennt der Wunsch, Gewissheit zu haben, damit ihr eigenes Leben und das ihrer Familie endlich weitergehen kann. Sie möchte arbeiten und auch ihren Leidensgenossinnen aus dem Bund für Frauen von Vermissten zu Arbeit verhelfen. Die aber weigern sich erst, denn sie fürchten die Reaktionen der patriarchalen Dorfgemeinschaft.
Und tatsächlich: Sowie ihre Pläne, gemeinsam mit den Frauen des Dorfes die Paprikapaste Aivar zu produzieren und im lokalen Supermarkt zu verkaufen, in Fahrt kommen, wird sie angefeindet und ausgegrenzt; Angriffe auf ihr Auto, Symbol ihrer Unabhängigkeit, inklusive.

Doch Fahrije will und kann sich nicht unterkriegen lassen und stemmt sich unermüdlich gegen die Widerstände - auch wenn es darum geht, die Wahrheit über das Schicksal ihres Mannes zu erfahren. Dabei nimm sie das Risiko in Kauf, dass aus der stummen Beklemmung, die HIVEs Atmosphäre durchzieht, echte Trauer wird und sich lang unterdrückte Tränen ihren Weg ins Freie bahnen.

Shortlisted für den Oscar 2022 in der Kategorie „Bester internationaler Film“
Ausgezeichnet mit 16 internationalen Filmpreisen

Die Zeit: „Die kosovarische Regisseurin Blerta Basholli schenkt Fahrije mit ihrem Debütfilm Hive, der auf wahren Begebenheiten basiert, die verdiente Anerkennung.“

High on film: “Yllka Gashi als Fahrije ist nichts Geringeres als ein Superlativ.“

DER SPIEGEL: „HIVE, der auf wahren Begebenheiten beruht, ist ein ruhiger und dennoch ungeheuer schneller Film. Er gleicht seiner Heldin, die keine Zeit hat, sich der Trauer, der Verzweiflung oder der Lethargie hinzugeben.“

Slugmag: „Hive ist ein Film, der es mehr als verdient, gesehen zu werden – er muss gesehen werden.“

ZDF Volle Kanne und 3SAT Kulturzeit: „HIVE ein Film über die starken Frauen Kosovos, über Zusammenhalt und Neuanfang und über eine Ecke Europas, die erst zu entdecken gilt.“

kino-zeit.de: „Bewegendes Drama, mit maximaler Ruhe erzählt.“

Galore: „Es ist kein Zufall, dass die besten Filme aus Südosteuropa derzeit von Frauen stammen.“

FAZ: „Blerta Basholli bildet den Druck in der dörflichen Welt geschickt auf die Verhältnisse in Fahrijes Kleinfamilie ab. Das Engagement der Frauen lässt sich leicht auf die Entstehung des Films übertragen.“

ARD ttt: „Eindrucksvoll.“ „HIVE ist ein Film, der betroffen macht, gerade jetzt, wo wieder ein Krieg in Europa stattfindet.“

epd Film: „Wenn die Frauen dann in der Küche zu tanzen
beginnen, spürt man, dass sich ein Band knüpft, das man wieder Leben nennen kann.“

Tagesspiegel: „In HIVE entwickeln schon kleine Gesten eine große Wucht.“

Cinema: „Beim Sundance Film Festival 2021 wurde das auf wahren Ereignissen basierende Drama gleich mehrfach ausgezeichnet. Kein Wunder, denn diese ebenso bedrückende wie hoffnungsvolle Geschichte berührt durch ihre raue, unsentimentale Erzählweise.“


Plot: Like many women in Kosovo, Fahrije is hoping for news about her husband, who is still missing seven years after the war. Widows are not expected to work, but she has to provide for her family and joins forces with other widows to start a business producing ajvar. This is even though the community already condemns her for daring to drive. The film was inspired by the true story of Fahrije Hoti.