Auf der Suche nach Fritz Kann

Vorstellung am 12.11.2022

Infos

Deutschland 2022
Sprache(OF): deutsch
Regie: Marcel Kolvenbach, N/A
Drehbuch: N/A
Kamera: Katja Rivas Pinzón, Marcel Kolvenbach
Musik: Cassis B Staudt
90 min

IMDb (english)

Ein Film über 3 Generationen Schweigen und das Erinnern heute.

Der Autor folgt den Spuren des ersten Mannes seiner Großmutter: des Juden Fritz Kann, der 1942 – genau 9 Monate vor der Geburt des Vaters der Filmemacherin – deportiert und in Izbica von den Nazis ermordet wurde.
Ist er der Enkel von Fritz Kann oder lebt er, weil Fritz Kann ermordet wurde?

Die Frage führt in eine 8-jährige Reise von Deutschland über Polen nach Argentinien und zurück. Die Wege anderer Suchender kreuzen sich. Die Choreografie der israelischen Tänzerin Reuth Shemesh versucht, die Lücken in der Familiengeschichte auszuloten. Schließlich trifft der Filmemacher in (Ost-) Berlin auf Familienangehörige von Fritz Kann.

Ein Film über Erinnerung heute und Erinnerung als Aktion - in Zeiten des wachsenden Antisemitismus in Europa.

MOTIVATION / DIRECTOR’S STATEMENT
Dieser Film war in den letzten 8 Jahren (der Produktion) und insgesamt 20 Jahren meines Lebens eine sehr persönliche Reise. Die aktuellen Entwicklungen in Europa und insbesondere Deutschland, der zunehmende Antisemitismus machen auch diesen Film zu einem aktuellen politischen Thema. Es geht um die private Suche als politischer Akt. Als Vater zweier Kinder mit einer afrikanischen Mutter wollte ich die historische Reflexion für aktuelle Diskussionen über Rassismus öffnen. Deshalb betreten in Reuth Shemeshs Choreografie diese beiden afrodeutschen Kinder die Bühne und erscheinen im „Familienbild“, das sich auf die Familie meiner Großmutter und Fritz Kann bezieht. Vergangenheit und Zukunft sind in diesem Film verschränkt.

Nominiert für den Deutschen Dokumentarfilm Musikpreis 2022.