Winterreise

Vorstellungen vom 01.01.2010 bis zum 01.11.2020.

Infos

Dänemark, Deutschland 2019
Sprachen(OF): deutsch, englisch
Regie: Anders Østergaard, Erzsébet Rácz(co-director)
Drehbuch: Anders Østergaard, Martin Goldsmith
Darsteller: András Bálint, Bruno Ganz, Dani Levy, Harvey Friedman
90 min

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IMDb (english)

Berliner Kinostart | In seiner letzten Rolle ist Bruno Ganz in seiner ganzen Magie zu erleben

Bruno Ganz in seiner letzten Rolle verkörpert in WINTERREISE von Anders Ostergaard den jüdischen Musiker Günther Goldschmidt aus Oldenburg.
Er und seine Frau waren bis 1942 in Deutschland Musiker beim jüdischen Kulturbund und ihnen gelang in letzter Sekunde die Flucht in die USA.
Von dieser Geschichte erfuhr ihr Sohn Martin Goldsmith erst nach dem Tod seiner Mutter, der Film rekonstruiert die Gespräche zwischen Vater und Sohn mit einer virtuosen Nutzung des historischen Archivmaterials.

Martin Goldsmith wuchs als ein gewöhnlicher amerikanischer Junge auf. Aber von seiner Kindheit an hing ein großer Schatten über der Familie. Der bekannte Radiomodertor wusste nur, dass seine Eltern, beide säkuläre Juden, aus Deutschland stammten und dass seine Verwandtschaft im zweiten Weltkrieg gestorben sei.
Für seine Eltern hatte in Amerika ein neues Leben angefangen - ein Leben, in dem man keine Frage über die Vergangenheit stellt. Erst als erwachsener Mann, nach dem Tod seiner Mutter, brach Martin den Bann und befragte seinen Vater zu der deutschen Vergangenheit seiner Eltern und der gesamten Familie in den 30er Jahren.

Die Gespräche zwischen Vater und Sohn erwecken die schöne und schmerzhafte Geschichte der Eltern über Liebe, Musik und Tod in Berlin der Kriegsjahre zum Leben. Beide waren begabte Musiker, Günther noch ganz am Beginn seiner Karriere, Rosemarie schon Orchestermusikerin. Aber nach dem Erlass der Nürnberger Gesetze 1935 konnten sie nur noch als Mitglieder des Jüdischen Kulturbundes auftreten, einer fragwürdigen Organisation, die vollständig von der Reichskulturkammer kontrolliert wurde.

Der Film folgt den Gesprächen zwischen Vater und Sohn, während sich die Vergangenheit der Familie mit raffiniert bearbeitetem Archivmaterial entfaltet, entsteht in der Gegenwart des Films eine langsame Annäherung zwischen Vater und Sohn, die sich anfühlt wie die Überwindung eines riesigen Grabens aus ungesagten Worten. In Sprache und Land, Heimat und Kultur waren die beiden einander fremd geblieben.

Martin Goldsmith ist selbst zu hören als Gesprächspartner seines Vaters, der in WINTERREISE von Bruno Ganz in seiner letzten, sehr intensiven Rolle verkörpert wird. Der Film beruht auf dem Buch, das Martin Goldsmith nach den Gesprächen mit seinem Vater schrieb: "Die unauslöschliche Symphonie. Musik und Liebe im Schatten des Dritten Reiches - eine deutsch-jüdische Geschichte"

PRESSSESTIMMEN

"Ein eindringlicher Film mit kluger Dramaturgie, bestechender Verknüpfung von Dokumentarischem und Spielszenen sowie einem großartigen Hauptdarsteller Bruno Ganz…Raffiniertes Filmkunstwerk - Film der Woche" Der Freitag

"Ein aufwühlender, ungewöhnlicher, wehmütiger Blick auf ein kulturelles Erbe, das von Barbaren ausgelöscht wurde…Technisch brillant fließen diese Erzählebenen ineinander, mitunter tauchen die Protagonisten in Archivaufnahmen auf und bewegen sich in den Kulissen. ´Winterreise´ besticht aber nicht nur deswegen, sondern wegen des Ansatzes: Wie im Buch wird nicht nur von der Flucht aus einer Terror-Diktatur erzählt, sondern vom Alltag der Juden in dieser Diktatur…Hervorragend“ Münchner Merkur

"Die künstlerische Verspieltheit, mit der der Regisseur dabei ans Werk geht, entspricht dem Wesen des großen Schauspielers, der hier in seiner letzten Rolle zu sehen ist." Indiekino

"Zugleich gelingt es Østergaard dieser inszenierten und doch höchst privaten Filmerzählung über Musik, Identität und die Gräuel des Nationalsozialismus einen Blick abzugewinnen, der nicht nur einmal mehr bekannte historische Ereignisse neu betrachtet, sondern dabei das Fremde im Eigenen zu orten versteht.“ Indiekino

"Innovatives Doku-Drama" tip Berlin

„In seiner letzten Rolle überhaupt ist jetzt noch einmal Bruno Ganz in seiner ganzen Magie zu erleben. ... Ein ungewöhnliches und gelungenes Dokumentarfilm-Projekt.“ choices.de

"Bruno Ganz brilliert dabei mit seiner introvertierten Interpretation eines Mannes, der viele Erinnerungen tief vergraben hat, um weiterleben zu können." Kino-zeit.de

„Ein eindringlicher Film“ BR

„Ein eindringlich, schmerzhaft schöner Film mit Bruno Ganz in seiner letzten Rolle, eine Rolle, die nachhallt.“ Inforadio rbb

"Der dänische Regisseur Anders Østergard verknüpft die inszenierten Gespräche, fantasiereich bearbeitetes Archivmaterial und nachgestellte Szenen zu einem Kaleidoskop über die traurige Vergangenheit der Familie.“ RND

"Bruno Ganz zeigt in ´Winterreise´ eine überragende letzte Leistung" tag24

„Bruno Ganz brilliert in der Rolle des Vaters, der an die Schrecken der Vergangenheit erinnert…Wie der 2019 verstorbene Schweizer Schauspieler hier mit wenigen Gesten und beredter, melancholischer Mimik die Schrecken der Vergangenheit der Goldsmiths erahnen lässt, ist noch einmal ganz große Darstellerkunst.“ KSTA

„Ostergaards Inszenierung von Goldsmiths Erinnerungen wirkt zwar stets lebendig, gleitet aber nie ins Illusionskino ab. Stattdessen erweist sie sich als Paradebeispiel für die erfolgreiche Anwendung des guten alten Verfremdungseffektes von Berthold Brecht: Das Publikum soll zwar auch fühlen, vor allem aber denken.“ taz Nord

„Informativ und spannend.“ Cinema

„Ungewöhnlich bewegend.“ Hörzu


Plot: Martin Goldsmith never knew what happened to his parents before they escaped from Germany in 1941. Over a weekend, he confronts his father and we are brought back to the complex and confusing 1930s when the parents were young musicians.