The innocence (La innocència)

Vorstellungen vom 14.11.2021 bis zum 14.11.2021.

Infos

Spanien 2019
Sprachen(OF): katalanisch, spanisch
Regie: Lucía Alemany
Drehbuch: Laia Soler, Lucía Alemany
Darsteller: Carmen Arrufat, Laia Marull, Sergi López
83 min

Zur Website des Filmes
IMDb (english)

5. Visionär Film Festival Berlin – Encounters With New Talents

Lis ist eine Teenagerin. Sie träumt davon, Zirkusartistin zu werden und ihr Dorf zu verlassen, obwohl sie weiß, dass sie hart mit ihren Eltern darum kämpfen muss. Es ist Sommer und sie verbringt den ganzen Tag damit, mit ihren Freund*innen auf der Straße zu spielen und mit ihrem Freund, der ein paar Jahre älter ist als sie, herumzualbern.
Der Mangel an Intimität und der ständige Klatsch und Tratsch der Nachbar*innen zwingen Lis dazu, diese Beziehung geheim zu halten, damit ihre Eltern nichts herausfinden. Eine Beziehung, die ihr Leben für immer verändern wird.

Lis ist ein junges Mädchen, das ihr Leben in voller Freiheit lebt. Die Entdeckung ihrer eigenen Erotik nährt sie ebenso wie die Energie der Akrobatik, die von der Zirkuskunst inspiriert ist. Ihre Träume führen sie weg aus der Welt, in der sie lebt, aus der Stadt Traiguera, einem Ort, der im Kontrast zu ihrer "inocencia" steht und gegen sie ankämpft.

Der erste Film von Lucía Alemany wurde in derselben Stadt der Region Valencia gedreht, in der die Regisseurin lebt und in der ihre Nachbar*innen zu Statist*innen der Geschichte werden. In diesem verblüffenden Einblick in die spanische Gesellschaft zerschlägt das Patriarchat vor allem bei Frauen den jugendlichen Glanz der Selbstentfaltung. Veränderung und Vielfalt werden in dieser Kleinstadt nicht geduldet, die heuchlerisch die Sakralität von Traditionen lebt.
Dennoch ist La Inocencia eine zärtliche und zugleich erbitterte Verspottung des patriarchalen Umfelds. Es ist die gefühlvolle Aufklärung einer jungen Frau, die sich dem Unvermeidlichen nicht unterwirft.

Lucía Alemany wurde 1985 in Traiguera, einem kleinen Valenzianischen Ort geboren. Mit 18 verließ sie den Ort um in Vic Audiovisuelle Kommunikation zu studieren. 2009 begann sie ihr Studium an der ESCAC (Film and Audiovisual School of Catalonia) mit Schwerpunkt auf Regie. Während ihrer Studienzeit legte Lucía ihren Fokus darauf, Schauspieler*innen so realistisch wie möglich zu inszenieren. Sie stütze sich hierbei auf Improvisation als Hauptmotor ihrer Praktiken. Aus dem unermüdlichen Bestreben nach extremem Realismus entstand der Kurzfilm 14 anys i un dia, der auf dem Seminci 2015 Premiere feierte. Nur ein Jahr später begann Lucía zusammen mit Laia Soler Aragonés das Drehbuch für La Inocencia zu schreiben, welcher 2018 in ihrem Heimatort gedreht wurde.


Plot: Lis is a teenager. She dreams of becoming a circus artist and leaving her village, although she knows that she will have to fight hard with her parents to get it. It’s summer and she spends all day playing in the street with her friends and fooling around with her boyfriend, a few years older than her. The lack of intimacy and the constant gossip of the neighbours force Lis to keep this relationship secret so that her parents don’t find out. A relationship that will change her life forever. Lis is a young girl who lives her life in full freedom. She is nourished by the discovery of her own eroticism, as well as by the energy of the acrobatics inspired by circus art. Her dreams take her away from the world she lives in, the town of Traiguera, which is a place that contrasts and fights her 'inocencia'. Lucía Alemany's first film is shot in the same town in the Valencian region where the director lives, where her neighbors become extras of the story. In this astonishing Spanish social insight, patriarchy crushes the youthful halo of self-expression, especially of women. Change and diversity are not tolerated in this small town that lives promiscuously in the hypocrisy of a sacredness of traditions. Yet La Inocencia is a delicate and fierce at the same time mockery of the patriarchal environment. It’s a sentimental education of a young woman who does not give in to the inevitable.