Rubljovka - Straße zur Glückseligkeit

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Vorstellungen vom 28.02.2008 bis zum 26.03.2008.

Infos

Zur Präsidentschaftswahl in Russland

Rubljovka ist die Verkehrsader, die das Zentrum der Macht Moskau mit der russischen Provinz verbindet. Die Gegend um die Rubljovka zog in allen Zeiten wie ein Magnet die herrschende Elite an: Zaren, Diktatoren, Präsidenten. Auch das heutige Staatsoberhaupt Putin wohnt naturgemäß hier.

In Putins Russland ist Rubljovka zum Synonym von Reichtum, gesellschaftlichem Aufschwung und dekadenter Lebensart geworden. Spuren der Vergangenheit und die grotesken Auswüchse des russischen Raubkapitalismus bilden hier einen bizarren Mikrokosmos, den es sonst nirgendwo im Riesenreich gibt. Neureiche Emporkömmlinge haben die Grundstückspreise an der Rubljovka in exorbitante Höhe getrieben. Jetzt ist der Krieg um die wenigen noch vorhandenen Fleckchen Boden ausgebrochen.
Die letzten Hütten der Armen müssen den Palästen der Reichen weichen, mit Methoden, die kaum unlauterer und brutaler sein könnten. Der russische Staat, der durch die Ölmilliarden ein imperiales Comeback feiert, hat die Schwachen und Armen zum Abschuss frei gegeben. Sie fühlen sich "wie Indianer im Reservat". Und kaum einer wagt noch dagegen zu protestieren. Kein Wunder. Rubljovka ist ein streng überwachter Hochsicherheitstrakt, wo vieles verschwiegen und verheimlicht wird.

Trotz mühsam erkämpfter Drehgenehmigungen, wurde das Filmteam permanent vom russischen Sicherheitsdienst FSB, der Verkehrspolizei und von sämtlichen Wachdiensten behindert und bedroht. Vieles musste mit versteckter Kamera gedreht werden. Der Film ist dennoch entstanden.

Verlierer und Profiteure, Reiche und Arme, die Mächtigen und ihre Marionetten werden von der Kamera in ihrem Alltag begleitet, in dem sich die sozialen Gegensätze immer mehr verschärfen. Der Film zeichnet ein gesellschaftliches Porträt des heutigen Russlands, in dem Putins "gelenkte Demokratie" immer mehr diktatorische Züge gewinnt.

Die Filmautorin von RUBLJOVKA hat Bewundernswertes gleistet: Sie muß von Tür zu Tür gegangen sein, um das ganze Spektrum der Bewohner kennenzulernen, das sich nun freimütig vor der Kamera äußert. Angenehm wenig auf Effekt monitert, ist ihr mit RUBLJOVKA ein faszinierendes Porträt der russischen Gegenwart gelungen, das Einsichten weit über das Niveau von Fernsehfeatures hinaus ermöglicht" Barbara Schweizerhof, epd Film 12/2007

"Eine mutige Regisseurin aus Köln hat es jetzt dennoch geschafft, einen spannenden Kino-Dokumentarfilm über die Chaussee und ihre Bewohner zu drehen. „RUBLJOVKA-STRASSE ZUR GLÜCKSELIGKEIT“ ist das subtile, entlarvende Porträt einer Oberschicht, wie alles kaufen kann: Zobelpelze, Villen, Verkehrsregeln." Tobias Becker, Uwe Klussmann, Martin Wolf, Der Spiegel 47/2007

"Ungeschminkt, ungekünstelt, mit großer Kunstfertigkeit. ....In 94 Minuten malt Irene Langemann mit Bildern und Tönen ein Portrait der gegenwärtigen russischen Gesellschaft. Trotz ständiger Behinderungen und Drohungen der Polizei und Sicherheitsstrukturen ist ihr ein elektrisierender Einblick in eine bislang abgeschirmte Sonderzone und in den Mikrokosmos der neuen Herrschaftselite gelungen." Internationales Filmfest München

"Unter den zur Auswahl stehenden Beiträgen ragte ein dokumentarisches Kleinod heraus, auf das sich die Publikumsjury rasch als würdigen Preisträger einigen konnte. Kurzweilig und mit subtilem Humor inszeniert die Regisseurin ein Roadmovie der etwas anderen Art." Viennale Standard Publikiumsjury

D 2007, 94 Min., OmU, DVD-Projektion, R: Irene Langemann