Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel

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Vorstellungen vom 05.09.2013 bis zum 28.09.2013.

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Kein Film. Ein Geschenk. Und eine Hommage an die Phantasie

"Eine Kleist-Verfilmung, ein Film übers Filmemachen, eine selbstreflexive Studie über die eigene Entstehung – Es ist eine ganze Menge, was Aron Lehmann in seinem Debütfilm „Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel“ versucht.

Umso bemerkenswerter, wie gelungen die kleine Produktion ist, die zu den interessantesten deutschen Filmen des Jahres zählt.

Der erste Drehtag läuft noch gut: Der ambitionierte Jungregisseur Lehmann inszeniert mit großem Aufwand Kohlhaas hoch zu Ross.

Doch am Abend kommt der Anruf, der alle Pläne zunichte macht: Die Produktionsfirma steigt aus, Lehmann steht plötzlich ohne Geld da und muss am Morgen seiner Crew die traurige Wahrheit mitteilen.

Doch der Regisseur gibt nicht auf und animiert mit seinem Engagement zumindest einen Teil der Schauspieler und Techniker weiterzumachen, für das gemeinsame Projekt zu kämpfen, zu improvisieren und vor allem: Die Phantasie spielen zu lassen.

Wenn Lehmann dann übers Feld hoppelt und nur so tut, als säße er auf einem Pferd, mutet das in etwa so an wie einst Monty Pythons Ritter der Kokosnuss, die in Ermangelung von echten Pferden kurzerhand mit Nüssen das Klacken der Hufe imitierten.

Es ist natürlich kein Zufall, dass Aron Lehmann seinen von Robert Gwisdek gespielten Regisseur nach sich selbst benannt hat.
Wirklich autobiographische Züge dürfte „Kohlhaas“ zwar nicht tragen, doch die Intention ist deutlich: Wie kann Film im deutschen Fördersystem aussehen, wie kann man mit geringen Mitteln große Filme drehen und vor allem: Ist es wirklich immer nötig viel Geld zu haben, große Bauten, schwelgerische Kostüme?
Sollte Kino nicht vor allem über die Imagination funktionieren?" programmkino.de

"Ein springlebendiges, komplett eigenständiges Stück Kino, das man nicht beschreiben kann, sondern erleben muss.
Wahnsinnig komisch, zugleich todtraurig, doppelbödig und intelligent. Seit Jahren hat kein deutscher Film mich so umgehauen." - Dietrich Brüggemann

D 2012, 90min, FSK: 6, R, Buch: Aron Lehmann Darsteller: Robert Gwisdek, Jan Messutat, Thorsten Merten, Rosalie Thomass, Heiko Pinkowski, Michael Fuith u.a.