Karla

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Vorstellungen vom 23.08.2007 bis zum 29.08.2007.

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Ulrich Plenzdorf zum Gedenken

Wie fast die gesamte DEFA-Jahresproduktion geriet auch Herrmann Zschoches Film Karla 1965 in die Mühlen des 11. Plenums des ZK der SED. Unter der Leitung von Erich Honecker war die ursprünglich als Wirtschaftsforum konzipierte Tagung zu einer Generaldebatte zur Kulturpolitik umfunktioniert worden: Durch die Politik Chruschtschows in der UdSSR ausgelöste Hoffnungen auf eine Liberalisierung auch in der DDR erfuhren eine deutliche Abfuhr.
Durch das Verbot von mehr als zehn Gegenwartsfilmen geriet die DEFA in eine Identitätskrise, von der sie sich nie mehr erholen sollte.

Karla erzählt die Geschichte einer Desillusionierung und das Aufbegehren dagegen. Die Titelheldin wird nach ihrem Hochschulabschluss als Lehrerin in die mecklenburgische Provinz „delegiert“. Sie versucht hier zunächst mit Begeisterung, das angelernte Wissen in die Praxis umzusetzen, scheitert aber bald an den vorgefundenen Zwängen. Fast scheint es, als würde sich auch Karla den Gegebenheiten unterordnen. Erschrocken über den eigenen Opportunismus, lehnt sich die junge Lehrerin gegen die allgemeine Zufriedenheit auf.

Die Konsequenz lässt in Form einer neuerlichen Zwangsversetzung nicht lange auf sich warten.

DDR 1965/1966, R: Herrmann Zschoche, Drehbuch: Ulrich Plenzdorf, Mit: Jutta Hoffmann, Jürgen Hentsch, Inge Keller, Rolf Hoppe u.a.