Iraqi Odyssey

Vorstellungen vom 04.02.2016 bis zum 13.04.2016.

Infos

Irak, Schweiz, Deutschland, Vereinigte Arabische Emirate 2014
Sprachen(OF): arabisch, deutsch, englisch, russisch
Regie: Samir
Drehbuch: N/A
Darsteller: N/A
90 min
FSK 0

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IMDb (english)

Ein Quasigesamtbild der irakischen Geschichte der letzten hundert Jahre

"Aus der Geschichte einer Familie wird die Geschichte eines Landes, und aus dem persönlichen Schicksal einiger Menschen entwickelt sich ein Drama über die Hoffnung auf Freiheit.
Der irakisch-schweizerische Filmemacher Samir hat mit der Chronik seiner eigenen Familie ein unglaublich fesselndes Zeitdokument geschaffen.
Ein guter Film – ein sehr guter sogar – und ein absolut aktueller und optimistisch stimmender Beitrag zum Thema Flucht und Migration: Samirs über die ganze Welt verstreute Familie mit ihren gemeinsamen Wurzeln ist nicht nur außergewöhnlich sympathisch, sondern auch ein gutes Beispiel für die Notwendigkeit von Menschlichkeit und Toleranz.

Am Anfang steht ein Märchen, beinahe wie aus 1001 Nacht, nur schöner: Es war einmal eine glückliche, muslimische Familie, die Jamal Aldins, die in Wohlstand und Sicherheit im Irak lebten. Viele von ihnen waren oder wurden Akademiker, die Frauen wie die Männer. Doch dann änderten sich Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts die politischen Verhältnisse: Der Irak löste sich von der britischen Vorherrschaft, die Monarchie wurde abgeschafft, was allgemein bejubelt wurde, aber leider nicht lange: Die folgende Regierung wurde durch einen Militärputsch gestürzt, und damit begann der Exodus der Familie. Aufgrund ihrer politischen Einstellung – viele waren Kommunisten – mussten sie flüchten. Der kleine Samir, im Irak geboren, wuchs in der Schweiz auf, in der Heimat seiner Mutter. Über die Jahre verließen immer mehr Mitglieder der Familie den Irak, bis sie schließlich über die ganze Welt verstreut war. Manche fanden schnell Aufnahme, manche mussten jahrelang dafür kämpfen. Sie alle haben außer ihren kulturellen Wurzeln zumindest eines gemeinsam: Sie glauben daran, dass irgendwann wieder bessere Zeiten kommen.
Heute gibt es keine glückliche, wohlhabende Familie Jamal Aldin mehr im Irak. Praktisch alle leben im Exil. Aber es gibt Samir, der das Wunder geschafft hat, über einen Zeitraum von vielen Jahren mithilfe seiner Verwandten einen spannenden Film zu drehen, der nachdenklich stimmt: Wie kann es sein, dass all diese sympathischen, klugen und gut ausgebildeten Menschen ihr Land verlassen mussten? Warum sind sie zu Flüchtlingen geworden?

Wer diesen Film nicht sieht, hat tatsächlich etwas verpasst: eine Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit einem aktuellen, sehr ernsthaften Thema, das hier mit angenehmer und niemals unangemessener Leichtigkeit behandelt wird. Und es ist nur zu wünschen, dass der Optimismus, von dem der Film getragen wird, eines Tages seine Berechtigung findet." programmkino.de

"Samir verbindet in Iraqi Odyssey auf bewegende Weise die Erinnerungen seiner Verwandten mit der bewegten Geschichte des Landes, das im 20. Jahrhundert zum Spielball der politischen Mächte wurde." taz

"Für westliche Zuschauer, die es gewohnt sind, den Irak durch einen Schleier des Kriegsjournalismus zu sehen, [...] wird die Dokumentation Iraqi Odyssey eine Offenbarung sein." New York Times

"Iraqi Odyssey fordert. Die volle Aufmerksamkeit, die volle Konzentration. Und er belohnt: Mit einem anderen, um so vieles interessanteren Blick auf den Irak." film-dienst