Immer nie am Meer

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Vorstellungen vom 01.11.2007 bis zum 05.12.2007.

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Geschichtsprofessor Baisch sein depressiver und tablettensüchtiger Schwager Anzengruber und ein manischer Kleinkünstler haben nach einer Feier einen Autounfall auf einer abgelegenen Landstraße.Eingekeilt zwischen zwei Bäumen bleiben sie stecken, Türen und Fenster lassen sich nicht mehr öffnen, die Fenster aus Panzerglas lassen sich nicht einschlagen. Verletzt und ohne Aussicht auf Entkommen warten sie auf Rettung. Ihr einziger Proviant ist eine Schüssel Heringssalat und einige Flaschen Prosecco.

Christoph Grissemann, Dirk Stermann (Radio Eins-Hörern aus ihrer sonntäglichen Radiosendung "Show Royale" bekannt, die sich ganz dem Motto "good bad taste at it's best" verschrieben hat) und Heinz Strunk (dessen autobiographisches Buch "Fleisch ist mein Gemüse" bei uns ein Bestseller geworden ist) in einer Psycho-Groteske von Antonin Svoboda.

"Manchmal braucht es wirklich nicht viel für einen guten Film. Und im Falle von Antonin Svobodas zweitem Langfilm Immer nie am Meer reicht ganz wenig dazu aus, einen Frontalangriff auf die Sehgewohnheiten und die Erwartungen der Kinobesucher zu starten. Drei Männer, ein Auto, eine Schüssel Heringssalat und ein neugieriger kleiner Junge – das sind die Zutaten, aus denen Svoboda einen ebenso lustigen wie erschreckenden Film kreiert hat, der seinem Publikum einige grandiose Lacher und ziemlich bittere Pillen verabreicht.

Dirk Stermann & Christoph Grissemann sind zwei berüchtigte österreichische Satiriker, die mit verschiedenen Radiosendungen im österreichischen Sender FM4 längst zu Kultstatus gelangt sind. Ein kurzer Blick in das umfangreiche Werk des Duo Infernale verweist auf ein 1999 erschienenes Buch mit dem gleichen Titel, doch die Spur führt ins Leere. Tatsächlich entstand das Drehbuch zu dem Film in dreijähriger Kleinarbeit und offensichtlich mit viel Spaß an derbem Humor und absurden Situationen.
Die beklemmende Enge der Eingeschlossenen und die mehr als deutlichen Macken und Eigenarten des seltsamen Personals sind mit Sicherheit nicht jedermanns Sache, doch wer es gerne ein wenig schwarzhumorig, morbide und durchgeknallt mag, ist mit dieser Psychogroteske, in der neben den beiden Österreichern der Hamburger Mathias Halfpape alias Heinz Strunk zu sehen ist, bestens bedient. Die drei Komiker harmonieren so gut miteinander und erzeugen jene eigenartige Mischung aus Humor der bitterbösen Art, Ekel und Mitleid, dass es des kindlichen Forschers gar nicht mehr bedurft hätte, um aus Immer nie am Meer ein Kinovergnügen der etwas anderen Art zu machen.
Nicht auszudenken, wie gut dieser Film dann vielleicht geworden wäre, wenn er sich ausschließlich auf das Wagnis eingelassen hätte, sich ganz auf seine drei Hauptdarsteller und die Enge des Raumes zu verlassen." kinozeit.de

Österreich 2007, 88 min., R: Antonin Svoboda, Mit: Christoph Grissemann, Dirk Stermann, Heinz Strunk, Philip Bialkowski, Eva Maria Neubauer u.a.