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Vorstellungen vom 30.07.2009 bis zum 12.08.2009.

Infos

Inmitten einer ruhigen und kargen Landschaft erstreckt sich so weit das Auge reicht eine leere Autobahn, die seit dem Bau vor mehreren Jahren unbenutzt geblieben ist und langsam verfällt. Am Rande des von Pflanzen durchdrungenen Asphalts, nur wenige Meter von der Einzäunung entfernt, befindet sich ein einsames Haus mit einem kleinen Garten. In diesem Haus wohnt eine Familie. Der Sommer beginnt, und die Arbeiten werden wiederaufgenommen. Die Autobahn soll in Betrieb genommen werden … Diese Familie ist zufrieden, aber nicht spiessig. Mit ernsthafter Zärtlichkeit toleriert jeder die Marotten des anderen. Die Familienszenen hat Ursula Meier statt an den Esstisch, wie man das aus unzähligen Filmen kennt, konsequent ins Badezimmer verlegt. Und so werden dann wichtige Gespräche zwischen Waschbecken und Badewanne geführt. Selten hat man dabei Isabelle Huppert so unneurotisch und liebevoll gesehen wie in dieser Rolle als Familienmutter. Doch das wird sich im Laufe des Filmes noch ändern. Eines Tages tauchen nämlich zum technoiden Soundtrack der Genfer Band «The Young Gods» Männer in signalfarbenen Kleidern und schweren Stiefel auf, um Leitplanken zu verlegen. Am Anfang werden in der Familie noch Wetten abgeschlossen, welche Farbe das erste Auto auf der neuen Autobahn haben wird. Doch der Verkehr nimmt schnell zu und wird zum ohrenbetäubenden Monstrum. Der Lärm lässt sich nur zum Preis der Isolation unterdrücken, ob mit Ohropax oder mit den aufwendigen Schallmauern, die der Vater nach und nach vor den Fenstern installiert.Home ist nicht in erster Linie ein Ökofilm, vielmehr geht es um die Brüchigkeit von Familienstrukturen, um eine Gemeinschaft, die in Frieden lebt und von einem monströsen Aussen eingeholt wird, vor dem sie sich nicht schützen kann. Man kann darin Parallelen zum Sonderfall Schweiz erkennen. Ursula Meier hat diese offensichtliche Parabel, die aber vieldeutige Lesarten zulässt, auch als «Roadmovie à l’envers» beschrieben: Statt der Freiheit wartet die Isolation. Eine Reise ins Innere.

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Schweiz 2008; 98min.; R: Ursula Meier; mit Isabelle Huppert, Olivier Gourmet, Kacey Mottet Klein, Madeleine Budd, Adeleide Leroux