Heinz und Fred

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Vorstellungen vom 27.11.2008 bis zum 10.12.2008.

Infos

Erstaufführung!!!

Heinz und Fred, Vater (69) und Sohn (25), leben unter einem Dach im kleinen Ahlsdorf im Mansfelder Land, mitten in Deutschland.
Sie sind unzertrennlich und bewohnen ein riesiges Reich aus Stahl und Schrott. Unzählige uralte kaputte Maschinen haben sie bisher restauriert. Traktoren, Kräne, Bagger, Flugzeuge, Schiffe. Überall liegen die Zeichen vergangener und zukünftiger Arbeit. Doch in allen Einzelteilen schlummern neue Ideen, neue Aufgaben.
Heinz und Fred erwecken die Schrauben, die Kabel, die Bleche zu neuemLeben. Sie arbeiten ohne Auftrag und ohne Absicht der Verwendung. Sie stehen jeden Morgen um sechs gemeinsam auf und gehen abends, nach einem Tag harter Arbeit früh zu Bett. Es gibt viel zu tun.

Aus dem Programmheft vom Dokfest Leipzig 2007 (Grit Lemke):

Das Märchen spielt im Mansfelder Land, wo schwarze Kegel in den Himmel ragen und die Menschen mit gemütlicher Zunge sprechen. Der Junge Fred und Heinz, sein Vater, haben sich ihr Reich selbst geschaffen, es beginnt hinter dem großen Tor.
Das Tor markiert das Drinnen und das Draußen. Wenn sich seine Flügel schließen, weil Heinz weggefahren ist, läuft der Junge unruhig auf und ab.
Ein Junge, der nach dem Tod der Mutter lange nicht mehr sprach. Worte sind nicht seine Art, sich auszudrücken. Die Welt vor dem Tor ist nicht von seiner Art. Sein Vater aber fand einen Weg, mit ihm zu kommunizieren. Heinz und Fred sägen, fräsen, schweißen, bohren, schrauben, hämmern, stanzen, schleifen, was das Zeug hält.
Zärtlich sind sie zu Motoren.

Und weil es ja ein Märchen ist, machen sie Stroh zu Gold – aus einem Haufen Schrott wird ein neu glänzendes Wohnmobil.
Aus Frühling wird Sommer, Herbst, Winter, und Heinz und Fred schleppen neues Altmetall auf ihren Hof ... Neben der Erzählung eines mundartlichen Sprechers, der Musik, die der überhöhten Geschichte einen würdigen Teppich ausrollt, und der geschickt mit Super-8-Rückblenden arbeitenden Struktur erzeugt vor allem Peter Badels Kamera tatsächlich Magie.
So wurde von Außenseitern, Verlust und Liebe noch nicht erzählt. "Wenn nichts passiert, werde ich ewig leben" sagt Fred. "Das kann man nicht voraussehen." Eben.

D 2007, 82 Min. R: Mario Schneider, DVD-Projektion