Gambit

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Vorstellungen vom 19.10.2006 bis zum 01.11.2006.

Infos

Kinoerstaufführung!

GAMBIT
1976 wird das norditalienische Dorf Seveso schlagartig bekannt. Nach einer Explosion in der kleinen Fabrik Icmesa – Tochter der Genfer Firma Givaudan, die zum Schweizer Chemieriesen Hoffmann-LaRoche gehört – tritt hochgiftiges Dioxin aus. Eine Katastrophe für Mensch und Tier.

Als Bauernopfer muss nach dem Unfall der junge Chemiker Jörg Sambeth herhalten. Er war damals der technische Direktor der Givaudan und wurde schließlich über Nacht verantwortlich für die größte Umweltkatastrophe, die bis dahin in Europa geschah.
Bei seinen Ermittlungen über die Ursachen und Hintergründe stößt er auf Fakten, die ihn entlasten und vor einer Gefängnisstrafe von 5 Jahren bewahren könnten, aber seinen Vorgesetzten schaden würden. Doch was kann, soll oder darf er unternehmen?

Jörg Sambeths rückblickende Schilderung der Ereignisse der Chemie-Katastrophe ist zentral in GAMBIT. Seine Lebensgeschichte, niedergeschrieben in dem Tatsachenroman ZWISCHENFALL IN SEVESO, ist untrennbar verbunden mit dem Fall Seveso. Ein spannendes, aktuelles Lehrstück über die Mechanismen der Macht in Großkonzernen, manipulierte Wahrheit im Umgang mit Katastrophen und fatale Abhängigkeiten.

PRIX DE LA SEMAINE DE LA CRITIQUE (Locarno Internationales Filmfestival),

PUBLIKUMSPREIS (Duisburger Filmwoche)

„Herausragend! Sabine Gisiger gelingt ohne Rührseligkeit und Belehrung die Entlarvung eines Wirtschaftssystems, das im Falle von Katastrophen zwar einige Bauernopfer zulässt, aber sonst am gnadenlosen Profitstreben festhält. GAMBIT ist ein Musterbeispiel intelligenten politischen Kinos.“ (Aargauer & Solothurner Zeitung)

“Sabine Gisiger zielt mit ihrem investigativen Film nicht darauf ab, die Hauptverantwortlichen an den Pranger zu stellen. Sie nutzt ihre filmische Recherche vielmehr für eine erhellende Studie über jene Mechanismen, die in einem Großkonzern in einer Krisensituation wohl immer spielen - erst recht, wenn dieser auf eine solche Situation absolut nicht vorbereitet ist. Den Lehren, die daraus im Bezug auf das Krisenmanagement gezogen werden können, steht mit Sambeth ein individuelles menschliches Schicksal gegenüber, das GAMBIT zum bewegenden Kinoerlebnis macht.“
(St. Galler Tagblatt)

“Spannend wie ein Thriller. Ein dramaturgisch fesselndes und manchmal sogar tragikomisches Stück Zeit- und Wirtschaftsgeschichte. GAMBIT gewährt Einblicke in den Olymp der Macht, die strahlende Welt einer Schweizer Konzernspitze, die am liebsten mit Pomp und großem Aufwand die eigenen Erfolge feiert, dann jedoch ein paar Franken bei Sicherheitssystemen sparen möchte. Die im Fall der Katastrophe zuerst gar nicht, danach unkoordiniert bis stümperhaft reagiert, nicht zuletzt, weil eine starre interne Hierarchie keinen Widerspruch, ja nicht mal den Zweifel zuließ.“
(Semaine de la Critique)

Schweiz 2005 - 107 Min. – tw. OmU, R: Sabine Gisiger