Die Reise ins Glück

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Vorstellungen vom 03.02.2005 bis zum 23.03.2005.

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Kapitän Gustav will sich mit seinem Schneckenschiff zur wohlverdienten Ruhe setzen. Mit seiner bunt zusammen gewürfelten Mannschaft aus Mensch und Tier - zu der neben zahlreichen Eingeborenen auch ein Bär, eine Eule und fünf Frösche gehören - strandet er an einer geheimnisvollen Insel.

Voller Freude auf den Vorruhestand bereitet er sich auf den Landgang vor. Noch ahnt niemand an Bord, dass im Herzen der Insel ein böser König haust. König Knuffi regiert im Zeichen des Teppichklopfers.

Im Laufe der turbulenten Handlung treten u.a. auf: Eva, die bezaubernde Braut des Kapitäns; 5 Kapitänskinder; 1 Schneckenschiff; Gustavs 1. Offizier, eine brummige Natur im warmen Pelz (lefzensynchron vertont von Harry Rowohlt); Königstolle Ommas; 2 Propagandaminister, deren Harndrang im ganzen Inselreich berüchtigt ist; 1 Bordkapelle mit verliebtem Sänger (vertont von Max Raabe); 8 Tierlakaien; der König der Feinschmecker, der Opfer einer Gehirnwäsche wird; 3 Schneemänner, die in die Zukunft blicken können; 6 Eingeborene, die die Wissenschaft längst für ausgestorben hält; 5 Frösche; 1 Eule und 1 weißes Kaninchen (vertont von Horst Tomayer).

Die liebevolle und aufwändige Ausstattung wurde wahrscheinlich in jahrelanger Arbeit aus diversen Sperrmüll- und Altkleidersammlungen zusammengeklaubt und ergibt ein einzigartiges Gesamtkunstwerk, welches schon alleine ein Ansehen des Films lohnt.

Vielleicht ist Wenzel Storch der einzige Heimatfilmer, der dieses Prädikat wirklich verdient, denn das, was sich auf den ersten Blick so naiv und mit Mut zum Dilettantismus als Märchenfilm für Erwachsene tarnt, verteilt Seitenhiebe auf die aktuelle politische Situation in diesem Lande und nimmt staatliche Repression durchaus gelungen aufs Korn. Christoph Schlingensief prangerte einst an, dass es dem deutschen Film an "schmutzigen, kleinen Bomben" mangelt. "Die Reise ins Glück" ist so eine Bombe - und die explodiert im Kopfe des Betrachters, der einen Sinn für subversives Underground-Kino hat.

D 2004. 73 Min., R,B,K,P: Wenzel Storch. B,S,D: Matthias Hänisch. S: Iko Schütte; M: Diet Schütte; D: Jürgen Höhne, Jasmin Harnau u.a.