Der Preis des Goldes - Goldrausch unter mongolischen Nomaden

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Vorstellung am 15.10.2013

Infos

Rohstoffgeschichten - ALTERNATIVE ROHSTOFFWOCHE

Price of Gold – Gold Rush amongst the Mongolian Nomads (Originaltitel) lief auf zahlreichen renommierten internationalen Filmfestivals (u.a. HotDocs Toronto, Filmfest München) und wurde auf der Duisburger Filmwoche 2012 mit dem ARTE Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet. Im September 2013 feierte der Film seine Kinopremiere in den USA.

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Die Globalisierung wird weiter vorangetrieben, die Welt wird weiterhin kleiner. Der ungestillte Rohstoffhunger entdeckt neue Länder und Einflusszonen. Die Mongolei gehört dazu. Sie gehört zu den rohstoffreichsten Ländern der Welt (z.B. Kohle, Kupfer, Uran, Erdöl, Gold, Silber), ist aber noch nicht einmal zur Hälfte geologisch erkundet. Die Mongolei war auch das erste Land, mit dem die Bundesregierung im Jahr 2011 eine Rohstoffpartnerschaft abschloss.

Eingeklemmt zwischen Russland im Norden und China im Süden ist die Mongolei nach Kasachstan der zweitgrößte Binnenstaat der Welt - bei nur etwas mehr als drei Millionen Einwohner*innen. Die letzten zehn Jahre sahen ein rasantes Wirtschaftswachstum, die Exporte sind von unverarbeiteten Rohstoffen geprägt, die extreme Armut im Land ist unverändert sehr hoch.

Staatliche und ausländische Rohstoffkonzerne erwerben Konzessionen und treiben den industriellen Bergbau im Land voran. Das führt zu Konflikten mit nomadisch lebender Bevölkerung, bedroht Lebensweise mit nomadischer Viehwirtschaft. Um Einkommensalternativen zu haben und sich "zu nehmen, was uns gehört" suchen und graben seit mehr als einer Dekade mehr als 100.000 mongolische Nomaden illegal nach Gold in der Wüste Gobi. Dorthin, in eine von Männern geprägte arachische Welt, ent/führt uns der Dokumentarfilm von Sven Zellner.

Sechs Menschen im Portrait. Zwei Vorarbeiter und drei jüngere Männer für das Graben nach dem Gold, eine Frau, zuständig für das Kochen. Alltägliche Arbeiten und Routinen vor dem Hintergrund der Wüste Gobi. Während die meisten illegalen Goldsucher – genannt Ninjas – lediglich nahe an der Oberfläche graben, geht es hier in dunklen Schächten in die Tiefe. Einfachste Mittel statt moderne Technologie. Das Gestein wird unterirdisch mit Dynamit gesprengt.

Sie werden wohl kaum reich bei ihrer Suche nach Gold. Wahrscheinlicher ist es, dass sie ärmer werden, sich bei der Goldgewinnung mit Quecksilber vergiften oder einen Unfall haben. Dennoch mache sie weiter im Streben nach einem freien Leben unter dem Himmel ihrer Vorfahren.

Die Kameraarbeit des Films ist beeindruckend. Sie fängt grandios die enorme Landschaft, die klaustrophobischen Bedingungen in den selbst gebauten Minen und die Bestimmtheit und Anstrengung in den Gesichtern der ProtagonistInnen ein.

Sven Zellners Dokumentarfilm entstand aus einem vierjährigen Projekt, während dessen er die Männer und ihre Familien photographisch begleitete.

Gesprächsgast: Sven Zellner (Regisseur)

Eintrittspreise

Normalpreis 5€; für Studierende, Schüler*innen, Renter*innen, Erwerbslose gilt der ermäßigte Tarif von 4,50€. Gruppentarife nach Vereinbarung.

Karten reservieren

Um Eintrittskarten für die Vorstellungen zu reservieren haben Sie verschiedene Möglichkeiten. * Per Telefon (täglich ab 16.30h) unter 030.4435 9498. * Per Email unter kino_kasse@acud.de. * Online über die Webseite des ACUD Kino (http://acud.de/kino_programm.php5). Dort bei der entsprechenden Veranstaltung einfach auf das Reservierungs-Icon (Rotes R in kleinem Kreis) klicken, um zum Bestellformular zu kommen.

Organisation und Förderhinweise

Die Filmreihe „Rohstoffgeschichten“ wird veranstaltet vom ACUD Kino in Kooperation mit dem Bildungswerk Berlin der Heinrich Böll-Stiftung und dem Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V. (FDCL e.V.). Die Filmreihe „Rohstoffgeschichten“ wird finanziell gefördert von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, der Stiftung Umverteilen!, aus Mitteln des BMZ und der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie mit Haushaltsmitteln des Landes Berlin - Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit.

Weitere aktuelle Informationen zur Filmreihe finden Sie auf der Webseite des ACUD Kino (www.acud.de) sowie der Facebook-Seite (https://www.facebook.com/ACUDkino/events).

D 2012, Regie: Sven Zellner; Co-Regie: Chingunjav Borkhuu, 86 Minuten, Originalversion mit deutschen Untertiteln