Der Letzte macht das Licht aus

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Vorstellungen vom 27.03.2008 bis zum 30.04.2008.

Infos

Starke Bauarbeiter, ganz schwach

Ein deutscher Film über deutsche Arbeitslose. Das darf keine Tragödie sein, denn es gibt keine Fallhöhe für ein Drama, das ganz unten anfängt. Nach ganz oben muss so ein Film gehen, in die lichten Höhen der Komödie, die erst anfängt, wenn alle Tragödien bereits erzählt sind.

"Der Letzte macht das Licht aus" also erzählt von drei Männern, die ganz unten stehen. Silvio, Norbert und Micha sind Bauarbeiter und arbeitslos. Norwegen, so hört man, sucht verzweifelt solche Leute. Die Deutschen also sind die Gastarbeiter der Norweger. Das ist schon lächerlich genug. Vorher aber gibt es einen Sprachkurs. So büffeln 20 gestandene Männer Sätze wie "Hva heter Du?" beim fröhlichen Wurfspiel im Kreis. Und das ist nun wirklich sehr lustig.

Nicht, weil sich Regisseur Clemens Schönborn über seine ungeschickten Sprachhandwerker lustig machen würde. Nein, weil er seinen Film stets auf Augenhöhe mit seinen Figuren inszeniert. Die driften hilflos zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Und das ist komisch. Wie der prahlerische Norbert (Jürgen Tarrach) mit seiner Familie Norwegisch lernt, während die Möbelpacker die gepfändeten Möbel heraustragen; der eifrige Silvio (Mario Irrek) Heiratspläne schmiedet, während seine Verlobte etwas zu glücklich über seine baldige Abwesenheit ist; und wie der stets allwissende Micha (Wolfram Koch) vor der intellektuellen Imbiss-Aushilfe Ella zu einer Handwerker-Witzfigur wird.
Das macht diese Männer richtig liebenswert - und aus einer möglichen Arbeitslosentragödie eine sympathische Menschenkomödie.
„Der Letzte macht das Licht aus!“ ist eine Komödie über Männer, die in ihrer Heimat nicht mehr gebraucht werden. Und Frauen, die damit fertig werden müssen.

Nah am Alltag, humorvoll und mit viel Sympathie erzählt. tip

Die drei Hauptdarsteller und ihr zurückhaltendes Spiel passen perfekt zu Schönborns lakonischer Inszenierung. "Der Letzte macht das Licht aus!" ist eine melancholische Komödie, die davon lebt, dass hier echte Menschen agieren; die Imbissszenen zum Beispiel erinnern in ihrer sanften Absurdität an die Darbietungen Olli Dittrichs als "Dittsche". Viele Szenen wirken improvisiert, was die Realitätsnähe noch verstärkt. kino.de

D 2007, 86 Min., DVD-Projektion, R: Clemens Schöborn, mit: Jürgen Tarrach, Wolfgang Koch, Mario Irrek u.a.