Condor

Vorstellung am 14.04.2016

Infos

Brasilien 2007
Sprache(OF): portugiesisch
Regie: Roberto Mader
Drehbuch: Roberto Mader
Darsteller: N/A
110 min

IMDb (english)

CINEMA FOR PEACE und LATEINAMERIKA FORUM präsentieren

Die langen Schatten der Operation Condor in Argentinien, Brasilien und Chile

- Worum ging es bei der Operation Condor? Warum und wie ist sie entstanden? Welche Reichweite hatte sie? Mit welchen Mitteln arbeitete sie? Welche Rolle spielte die CIA?
- Wie haben die Länder ihre Geschichte bislang aufgearbeitet?
- Wie ist die Operation Condor im Lichte neuerer Erkenntnisse zu bewerten?
- Warum müssen wir uns noch heute mit der Operation Condor befassen?

Die Operación Condor wurde 1975 im Schoße des chilenischen Geheimdienstes DINA gegründet. Ziel war das gemeinsame Vorgehen der Geheimdienste Chiles, Argentiniens, Brasiliens, Uruguays, Paraguays und Boliviens gegen den „internationalen Kommunismus“. In der Praxis verfolgten und entführten, folterten und ermordeten die Geheimdienste über die Grenzen hinweg „Subversive“. Als subversiv galten dabei nicht nur Guerilleros, sondern ebenso linke Priester, Politiker, Intellektuelle, Gewerkschafter, und wichtige Persönlichkeiten, die die Diktatoren als Bedrohung ansahen. Selbst in den USA und in Europa verübten die Schergen der OC ihre Verbrechen. Alles deutet darauf hin, dass der CIA die Agenten dieses Staatsterrorismus nicht nur ausbildete…

Zum Ende ihrer Schreckensherrschaft vernichteten die Militärs Akten, doch vollständig gelang das nicht. Immer wieder kommen über die sog. Wahrheitskommissionen neue Fakten ans Tageslicht. In Asunción wurde 1992 ein riesiges Archiv der OC entdeckt. Die Wirtschaftsunion MERCOSUR hat inzwischen zur OC eine Datenbank eingerichtet. Bundespräsident Gauck versprach bei seinem Brasilien-Besuch 2013 Präsidentin Dilma Rouseff, die deutschen Archive zu öffnen. Anfang 2014 wurde der Vatikan von Menschenrechtlern aufgefordert, dasselbe zu tun und haben Argentinien, Brasilien und Uruguay erneut ihre Zusammenarbeit bei der Aufarbeitung ihrer dunklen Geschichte bekräftigt.

Dokumentations- und Gedenkstätten erinnern heute an die ungeheuerlichen Verbrechen, begangen zur „Rettung des christlichen Abendlandes“. In Großverfahren befassen sich Gerichte mit Menschenrechtsverletzungen im Rahmen der Operación Condor. Und doch beklagen Opfer und Angehörige bis heute die ungenügende Strafverfolgung. Das Kapitel Operation Condor ist längst nicht geschlossen.

Film und Gespräch in Anwesenheit des Regisseurs - Eintritt 6,00 Euro Kartenreservierung: https://docs.google.com/forms/d/1ZX1E6OPbqixsJ16EqngyrVJuVrunQb08zP2XWUTOW10/viewform?c=0&w=1