Bulb Fiction

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Vorstellungen vom 31.05.2012 bis zum 15.08.2012.

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Glühbirnen, Energiesparlampen und Lobbyismus

Ist das Verbot der herkömmlichen Glühbirne wirklich nützlicher Umweltschutz? Oder stecken nicht doch ganz profane wirtschaftliche Interessen hinter der Entscheidung?
Diese und viele andere Fragen stellt Christoph Mayr in seinem Dokumentarfilm „Bulb Fiction“, der in engagiertem Tonfall zum Hinterfragen der EU-Bürokratie, der Wirtschaft aber auch der Umweltschutzorganisationen aufruft."Auf den ersten Blick wirkt die EU-Verordnung zum Verbot der herkömmlichen Glühbirne zwingend: Durch deutlich längere Brenndauer wird Energie gespart, dadurch der CO2 Ausstoß reduziert und die Umwelt geschont. Eine klassische Win-Win-Situation also, wie es zumindest ein Vertreter der EU nennt.
Die großen Glühbirnen-Hersteller werden ihm durch gestiegene Umsätze fraglos zustimmen und auch eine Vertreterin der Umweltschutzorganisation Greenpeace klopft sich auf die eigene Schulter, schließlich habe man durch Engagement und Lobbyarbeit zum Umweltschutz beigetragen. Ob das allerdings wirklich stimmt ist eine Frage, der Christoph Mayr in seiner ebenso faktenreichen wie polemischen Dokumentation „Bulb Fiction“ nachgeht.

Dass es dabei in erster Linie um die profane Glühbirne geht, sollte allerdings nicht die Tatsache verdecken, dass die hier angeprangerten Strukturen von Machtmissbrauch, fragwürdiger Lobbyarbeit und Scheinheiligkeit auf ähnliche Weise auch für viele andere Bereiche zutreffen. Dass sich die wenigen großen Glühbirnenhersteller etwa schon früh darauf geeinigt haben, die Lebensdauer einer Glühbirne streng zu begrenzen, lässt sich auch für zahllose andere Branchen feststellen und ist ein fast schon akzeptierter Aspekt der kapitalistischen Konsumwirtschaft.
Mit welchen Mitteln sie kleinere Konkurrenten vom Markt drängen, die sich erdreisten, Glühbirnen zu produzieren, die deutlich länger halten als gewöhnliche, ist dagegen weniger bekannt. Die Macht dieser Lobby scheint auch in Brüssel, innerhalb der EU-Bürokratie, gut zu funktionieren.
Wie absurd es ist, dass Vertreter der Industrie über EU-Entscheidungen mitbestimmen, die ihnen selbst größere Profite versprechen, liegt auf der Hand. Dass die EU dennoch genau so funktioniert ist skandalös und einer der vielen Aspekte, bei denen man Mayr und seiner Argumentation nur zustimmen kann." programmkino.de

Österreich 2011, 90min, teilw. Omu, FSK: 6, Dokfilm, R+ B: Christoph Mayr