Tom Atkins Blues

Filmgespräch
am 23.10. um 19:00 Uhr

Regisseur Alex Ross ist zu Gast. Moderation Ira Kormannshaus

Termin

Mi res.

Infos

Deutschland 2010
Sprachen(OF): deutsch, englisch, koreanisch, spanisch
Regie: Alex Ross
Drehbuch: Alex Ross
Darsteller: Ian T. Dickinson, Megan Gay, Petra-Maria Cammin, Sebastian Arranz
78 min

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IMDb (english)

GRENZFÄLLE 2019 | Zion goes Kiez

"Der britische Filmemacher Alex Ross hat mit minimalem Budget einen Spielfilm über einen Spätkauf in Prenzlauer Berg gedreht. Eine Geschichte der Gentrifizierung, mit feiner Selbstironie erzählt.

Fast ist alles beim Alten. „Spätkauf“ steht auf dem Schild, das in der Choriner Straße mit der Nummer 12 vor der Tür baumelt. Die Buchstaben hat jemand mit bunter Farbe aufgepinselt, dazu den Fernsehturm bei Nacht. Ringsum Blättergewirr, eine brüchige Hausfassade. Drinnen gibt es, was man bei Kaiser’s um die Ecke vergessen hat zu kaufen: Chips, Wein, Bier, eine Zeitung, eine Zitrone.
Im durchsanierten Viertel ist der schön verwilderte Shop einer der raren Flecken, die noch so aussehen wie zu Zeiten kurz nach der Wende.
In „Tom Atkins Blues“ von Alex Ross ist es der zentrale Spielort – mit filmreifem Innenleben, wie es kein Ausstatter besser zusammentragen könnte: vollgestellte Regale, wahlweise Körbe und Schalen, ein Glas Gummifrösche an der Theke, die Wände behängt mit Kunstdrucken, alter Werbung, Sprüchen und einer Wanduhr wie in einer Amtsstube.
Ein bisschen wirkt das wie das Ostberliner Pendant zum Tabakladen in Wayne Wangs New York-Film „Smoke“.
Und auch in „Tom Atkins Blues“ ist der Titelheld, gespielt vom Regisseur selbst, mehr als nur Verkäufer: die gute Seele für die Stammkundschaft. Gemeinsam beobachtet man mürrisch bis ängstlich die Verwandlung des alten Pflasters zum Nobelquartier." tip-berlin.de
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Vor dreißig Jahren fiel die Mauer, die Berlin und Deutschland teilte. Die Zionskirche war zu diesem Zeitpunkt schon länger ein Ort oppositionellen Denkens und Handelns. In der Umweltbibliothek, unter dem schützenden Dach kirchlicher Räume, wurde in diesen Jahren eine kleine Zeitschrift gedruckt, die den Titel „grenzfall“ trug.
Dreißig Jahre später laden wir ein, über Grenzfälle unterschiedlicher Art nachzudenken und Grenzgängern in der Musik und bildenden Kunst, in Literatur, Gesell-schaft und Kirche zu begegnen.

Eintritt frei - Spenden sind willkommen.


Plot: The Spaetkauf (Late Night Shop) has been at the heart of Berlin Prenzlauer Berg and an integral part of people's daily lives for over 13 years. A place to meet and hang out, local bar, grapevine, a place to buy anything you might need out of hours. A place to forget your worries. Where there is always time for the customer. Every night and all day Sunday. With reggae, dub & hip hop playing out of the speakers onto the street. Tommy, the Englishman, has worked in the Spaetkauf for years, selling the wares and dealing with arguing couples, lost tourists, drunken locals, late night discussions, participating in heated basketball games, visiting late night clubs and suffering hangovers. A kaleidoscope of people offering glimpses into their lives, hopes and thoughts, weaving a tapestry of local life. But over recent years the neighbourhood has vastly changed. Property development, rising rents and the influx of a more affluent class has seen a deterioration in the social network, leaving the shop as the only reminder of a neighbourhood long gone. Now the supermarket has been refurbished and re-opens until midnight every night. With ever dwindling regular customers, the takings have plummeted. The shop is being put out of business. The decision is made to close. As news spreads, old faces from the past appear, not all of them welcome. Tommy recalls the past, portrays the present and predicts the future with the friends and customers who pass by the shop as they all try to come to terms with the loss of this local institution. Tommy is forced to confront and reflect upon the change and upheaval in his life as well as facing some difficult home truths.