Rosenstraße – wo Frauen widerstanden, Berlin 1943

Filmgespräch
am 25.2. um 19:00 Uhr

Die Regisseurin Daniela Schmidt und Julia Frank (angefragt) sind anwesend.
Ab Mittwoch, dem 25. Februar

Infos

Deutschland 1992
Sprache(OV): deutsch
Regie: Daniela Schmidt
Kamera: Norbert Kleiner
Schnitt: Bernhard Schönherr
45 min

Protest in der Rosenstraße, Berlin 1943

Am 27. Februar 1943 verhaftete die Gestapo in einer brutalen Massenrazzia in ganz Deutschland weit über zehntausend jüdische Deutsche, Männer und Frauen, Alte und Kinder.
Die bald unter dem Namen „Fabrikaktion“ berüchtigte Razzia sollte die seit Oktober 1941 laufenden Massendeportationen abschließen.
In Berlin internierte die Gestapo dabei auch ca. 2000 Juden, die nach der NS-Rassegesetzgebung in sogenannter „Mischehe“ lebten. Sie wurden in das Gebäude der ehemaligen Sozial-Verwaltung der jüdischen Gemeinde, in der Rosenstraße 2-4 eingesperrt. Dort versammelten sich vor den Toren alsbald viele Angehörige, die einen Abtransport ihrer Ehepartner, Eltern, Kinder oder Geschwister befürchteten. Lauthals forderten die Verzweifelten – Tag und Nacht – die Freilassung ihrer Liebsten. Mitten in Berlin, nahe Alexanderplatz.
Am 6. März 1943 wurden die ersten Gefangenen entlassen. Ihnen folgten in den Tagen darauf alle weiteren Inhaftierten.

In Wissenschaft und Öffentlichkeit wird dieses Ereignis als eine einmalige Widerstandsaktion gegen die antijüdische Politik des NS-Staates gewertet. Viele sehen heute darin das einzige Beispiel für einen erfolgreichen Widerstand nichtjüdischer Deutscher gegen die Judenverfolgung und -vernichtung. Manche ziehen sogar den Schluss, man hätte die Judenverfolgung auf diese Weise aufhalten können. (aus: Wolf Gruner, „Ein Historikerstreit? Die Internierung der Juden aus Mischehen in der Rosenstraße 1943“).

In dem Film Rosenstraße – wo Frauen widerstanden, Berlin 1943 von Daniela Schmidt-Langels berichten ZeitzeugInnen – ehemalige Inhaftierte und Protestierende - eindringlich von diesen Geschehnissen in der Rosenstraße. Auch die Bildhauerin Ingeborg Hunzinger (1915 – 2009), selbst Tochter einer „Mischehe“, ist Protagonistin im Film. Sie schuf ein Denkmal für die mutigen Frauen in der Rosenstraße.

„Ohne Klage und Vorwurf, ohne psychologisierenden und allzu bevormundend erklärenden Kommentar begreift der Zuschauer, dass und wie ein pazifistischer Widerstand, Zivilcourage und Mitmenschlichkeit damals doch möglich war.“ (Julia Franck)

Auf Grundlage des Dokumentarfilms von Daniela Schmidt-Langels sowie Begegnungen mit ZeitzeugInnen realisierte Margarethe von Trotta ihren Kinofilm „Rosenstraße“ (2003).

Eine Produktion der zero film im Auftrag des ZDF und in Zusammenarbeit mit ARTE © 1992