Gundermann Revier

Vorstellungen

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Infos

Deutschland 2019
Sprache(OF): deutsch
Regie: Grit Lemke
Drehbuch: Grit Lemke
Kamera: Uwe Mann
Schnitt: Sven Kulik
90 min

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IMDb (english)

Berliner Kinostart

Andreas Dresens Spielfilm "Gundermann" (2018) - (u.a Sechs! Lolas, Deutscher Filmpreis) - machte den Liedermacher Gerhard Gundermann auch im Westen Deutschlands bekannt.
Der „Bob Dylan vom Tagebau“ oder „Stimme des Ostens“, die vielen aus der Seele sang, war im Osten schon lange ein Star.

Grit Lemke geht Leben und Musik dieses Anti-Stars nun dokumentarisch nach.

„Meine Schaukel steht in einem verwunschenen Garten, gleich hinter dem Bahndamm. Wenn ich beim Schaukeln ganz oben bin, sehe ich die Züge, die Tag und Nacht quietschen und schwarzen Staub hinterlassen.
Sie kommen aus den riesigen Löchern, die zwischen unseren Dörfern klaffen. Als Kind denke ich, die ganze Welt sieht so aus. Löcher mit Dörfern dazwischen, in der Mitte meine Schaukel. Und die Züge. Es sind Kohlezüge.“

Gerhard Gundermann (1955–1998), Liedermacher, Poet und Baggerfahrer im Braunkohletagebau in der Lausitz. In dieser Region verdichten sich globale Problemstellungen auf lokaler Ebene wie in einem Brennglas – vom Strukturwandel bis hin zur Klimakrise.

Größtenteils unveröffentlichte Archivaufnahmen und Gundermanns Lieder gehen dabei einen Dialog ein mit Beobachtungen und Gesprächen in dessen „Revier“, begleitet von der Voice-Over-Stimme der Regisseurin, die nicht minder im Kohlegebiet verwurzelt ist. ...
Und sie sind heute aktueller denn je: „Wo meine Schaukel stand und später dein Bagger, ist jetzt ein See.“ dok Leipzig Frederik Lang

Wie tickt der Osten? Das Lausitzer Revier und die einstige „sozialistische Wohnstadt“ Hoyerswerda bilden den Hintergrund für die Biografie von Gerhard Gundermann, Rockpoet, Baggerfahrer und „Stimme des Ostens“. Wie in einem Brennspiegel bündeln sich in der Region und in seinem Werk globale Fragen: Heimat und Industrie, das Ende der Arbeit, Utopie und individuelle Verantwortung.
Eine Lehrerin, seine ersten Wegbegleiter aus der Brigade Feuerstein, sein Tontechniker und enger Mitarbeiter kommen ebenso zu Wort wie die Silly-Musiker Uwe Hassbecker und Ritchie Barton, Andy Wieczorek von der Band „Seilschaft“ und Conny Gundermann.
Der Bürgerchor Hoyerswerda singt Gundermann und führt ihn in die Gegenwart des Reviers, das sich neu erfinden muss. Poetische Reflexionen einer Ich-Erzählerin, die in Hoyerswerda mit Gundermann aufwuchs, und metaphorische Bilder einer umgebrochenen Landschaft und Stadt führen durch den Film. Sie treten in einen Dialog mit Gundermann in weitgehend unbekannten Archivaufnahmen, Texten und Musik.

Ein Film über einen von denen, „die die welt nicht retten können aber möchten / mit viel zu kurzen messern in viel zu langen nächten“. Und über ein Revier: die Lausitz und Hoyerswerda, der Osten, aber auch Deutschland oder unser globaler Lebensraum – ein Ort der Utopie.

„Man muss Gundermann nicht verehren, um Lemkes Dokfilm über diesen gescheiterten Helden grandios zu finden.“ ND

„Wer da ganz genau hinhört, kann auch spüren, wie die DDR tickte, atmete, lebte – und woran sie am Ende gestorben ist.“ LVZ

„Die Fremdbestimmung des Ostens, sein Ausverkauf nach der Wende, aber auch die Euphorie des Neuanfangs gepaart mit der Leere, die die Einheit zum Teil hinterließ, sind Themen des Films. - Einzigartig und sehenswert“ SZ


Plot: In her first feature length documentary as a director, author and curator Grit Lemke turns her attention to the life of the cult rock poet and coal excavator driver Gerhard Gundermann who ...