Experimental Film Treasures | Part 2
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Do 28.05. 16:00 Uhr Kino 1
(OmU Ut: englisch) |
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61 min
FRACTO EXPERIMENTAL FILM ENCOUNTER
New in 2026, Experimental Film Treasures is an all-analog section dedicated to full-length works, conceived as a focused space for films that have shaped—and continue to shape—the field of avant-garde cinema. Bringing into relation a historical work and a recent film—Carriage Trade by Warren Sonbert (USA, 1972) and 12 Asterisci by Telemach Wiesinger (Germany, 2025)—the program avoids any simple division between past and present, allowing both works to resonate within a shared field of perception and form. In doing so, it extends the festival’s engagement beyond the short format, foregrounding duration as a condition for thinking through film.
Warren Sonbert (1947–1995) occupies a singular position within the history of experimental cinema. Emerging in the 1960s, he developed a montage practice grounded in the accumulation and juxtaposition of images filmed across different places and times. Working primarily in 16mm, Sonbert assembled fragments of travel, daily life, and fleeting encounters into dense, non-narrative constellations structured through rhythm, association, and movement rather than linear progression.
Carriage Trade (1972) marks an early articulation of this method: a silent work in which editing becomes a form of thinking through images, unfolding as a continuous flow of perception across spaces, bodies, and situations.

© fracto
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Vom 27. - 31. Mai lädt FRACTO zu seiner neunten Ausgabe ins ACUD Kunsthaus in Berlin ein. Seit 2017 widmet sich das Festival dem avantgardistischen und experimentellen Film und schafft einen Raum für filmische Formen, die Wahrnehmung, Materialität und die Grenzen des Bildes erforschen.
Im Zentrum des diesjährigen Programms stehen 61 Filme aus Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien, die sich zwischen Abstraktion, körperlicher Präsenz und filmischer Einschreibung bewegen. Die Werke eröffnen sinnliche Bildräume, in denen Licht, Bewegung und Materialität neue Formen des Sehens und Erfahrens ermöglichen.
Drei Fokusprogramme widmen sich KünstlerInnen, die das experimentelle Kino auf unterschiedliche Weise prägen: Die französische Filmemacherin Cécile Fontaine arbeitet mit Collage, Kratzungen, Überlagerungen und Found Footage und untersucht Film als physisches Material. Peter Todd richtet seinen Blick auf alltägliche Beobachtungen und entwickelt daraus ruhige, präzise Bildkonstellationen. Ein weiterer Fokus präsentiert restaurierte Arbeiten von Moucle Blackout, deren Filme durch Farbe, optische Transformation und materielle Prozesse eine besondere Position innerhalb der Avantgarde einnehmen.
Die Hauptsektion versammelt internationale Positionen zeitgenössischen experimentellen Films und bringt Arbeiten von KünstlerInnen aus unterschiedlichen filmischen und kulturellen Kontexten zusammen. Ergänzt wird das Programm durch die neue Reihe Experimental Film Treasures #1, die sich dem Langfilm im experimentellen Kino widmet und historische wie zeitgenössische Arbeiten miteinander in Beziehung setzt.
Abgerundet wird das Festival durch Workshops, Gespräche und Expanded-Cinema-Formate, die den Austausch zwischen Publikum und Filmschaffenden vertiefen. FRACTO verbindet dabei filmische Forschung, ästhetische Erfahrung und internationale Perspektiven zu einem Ort, an dem experimentelles Kino in seiner Vielfalt sichtbar wird.