Exile never ends

Filmgespräch
am 4.7. um 19:00 Uhr

Die Regisseurin Bahar Bektas ist anwesend. Moderation: Margaux Richet, Interkulturelle Trainerin

Infos

Deutschland 2023
Regie: Bahar Bektaş
Buch: Bahar Bektaş
Darsteller: Bahar Bektaş, Mustafa Bektaş, Onur Bektaş, Taner Bektaş, Yildiz Bektaş
Musik: Ahmet Aslan
Schnitt: Arash Asadi
99 min

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IMDb (english)

Berliner Kinostart

Bahars Bruder Taner sitzt in Deutschland im Gefängnis und steht kurz vor der Abschiebung in die Türkei. Bahar nutzt die Zeit des Wartens auf die Abschiebung ihres Bruders, um die Kamera auf ihre Familienangehörigen zu richten.
In ruhigen und einfühlsamen Bildern erkundet sie die emotionalen und geografischen Welten der Familie von Entwurzelung und Neubeginn zwischen Deutschland und der Türkei.

In Gesprächen mit ihren Eltern YILDIZ (64) und MUSTAFA (65) sowie ihren Brüdern Taner (40) und ONUR (30) begibt sie sich auf eine schmerzhafte Reise in die Vergangenheit. Politische Verfolgung der alevitisch-kurdischen Familie in der Türkei, die Flucht nach Europa 1989, rassistische Übergriffe, Depressionen und Überforderung der Eltern – all das traf die Kinder, die damit unterschiedlich umgehen.
Die Ungewissheit über Taners Schicksal in der Türkei ist nur ein Spiegel ihrer Lebenserfahrung als Familie im Exil. Die Verzerrung von Vergangenheit und Gegenwart sowie unterschiedlicher Geografien konfrontiert die Zuschauenden mit einer der Eigenschaften des Exils, nämlich dem Verlust der Orientierung in Zeit und Raum.

FESTIVALS & PREISE
Filmfestival Max Ophüls Preis – Gewinner Preis der Filmkritik: Bester Dokumentarfilm
Filmfestival Türkei Deutschland
DOK.fest München - Gewinner FFF-Förderpreis Dokumentarfilm
Achtung Berlin! Film Festival
Lichter Filmfest Frankfurt
Nominierung Roman Brodmann Preis

“Feinfühlig spürt Bahar Bektaş den komplexen Emotionen ihrer Familienmitglieder nach” FILMLÖWIN

„Exil bedeutet, die Heimat verlassen. Für meine Familie bedeutet es, dass das Gefühl, nicht angekommen zu sein, nie aufgehört hat. Die Sehnsucht nach der eigenen Heimat hört nicht auf. Es ist etwas, das einen sofort prägt, wenn man sich auf den Weg macht in ein anderes Land oder flüchten muss.” BAHAR BEKTAŞ IM INTERVIEW MIT DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

„Eine Familie im permanenten Ausnahmezustand. Wir erleben sie beim Kampf um ein normales Leben im Spannungsfeld von Vergangenheit und Zukunft, von Integration und Bewahrung der eigenen kulturellen Identität. Der Zusammenhalt der Familie ist dabei genauso labil wie das Konzept der Heimat. Eindrücklich fügt sich eine zunächst fragmentarische Erzählung der Andeutungen und Auslassungen zu einem intimen und kraftvollen Porträt zusammen." JURYBEGRÜNDUNG FILMFESTIVAL MAX OPHÜLS