Zeit der Kannibalen

Vorstellungen vom 14.06.2014 bis zum 08.07.2015.

Infos

Deutschland 2014
Sprachen(OF): deutsch, englisch
Regie: Johannes Naber
Drehbuch: Stefan Weigl
Darsteller: Devid Striesow, Jaymes Butler, Katharina Schüttler, Sebastian Blomberg
93 min
FSK 12

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IMDb (english)

LOLA - Deutscher Filmpreis 2015

schneidend böse Groteske über Hardcore-Kapitalisten im Selbstzerstörungsmodus

"Drei Unternehmensberater, zwei Männer und eine Frau, wechselnde Hotelzimmer. Mehr braucht es nicht als Basis für geschliffene, pointierte, bitterböse Dialoge über Macht, Geld, Sex und Gier, wie man sie im deutschen Kino lange nicht gehört hat.
Das brillante Drehbuch von Stefan Weigl macht „Zeit der Kannibalen“ zum Schaustück für drei Schauspieler, die ebenso viel Vergnügen an der Niedertracht zu haben scheinen, wie der Zuschauer im Kino.
Ein herausragender Film.

Bild Poster von Zeit der Kannibalen

Poster von Zeit der Kannibalen

Sie sind ein eingespieltes Team: Frank Öllers und Kai Niederländer. Seit Jahren reisen die Unternehmensberater um die Welt, treffen in den immer gleichen Konferenzräumen auf Kunden unterschiedlicher Art, denen sie die immer gleichen Vorschläge machen: Umstrukturieren, Sparen, die Produktion in noch billigere Länder verlegen.
Die Abende verbringen sie dann in den immergleichen Hotelzimmern, möglichst weit weg von der Welt da draußen, den dreckigen, verkommenen Hauptstädten der so genannten Dritten Welt.

Privatleben existiert, wenn überhaupt, dann nur am Telefon: Niederländer hat gar keins, er lebt nur für den Job, während Öllers Karriere vor dem Ende steht und der Sohn an Neurodermitis leidet.
In diese Welt tritt Bianca März, eine junge Kollegin, die noch so etwas wie Ideale hat, die glaubt, mit ihrer Arbeit die Welt verändern zu können. Angesichts von Öllers und Niederländers Zynismus stockt ihr der Atem

Passenderweise bleibt Johannes Nabers Regie eher unauffällig und lässt den Schauspielern viel Platz, die pointierten, bösen Dialogsätze genussvoll in den Raum zu stellen.
Auf brillante Weise seziert Stefan Weigls Drehbuch die Abgründe des modernen Kapitalismus, legt den Finger nicht auf Wunden, sondern stochert genüsslich in ihnen rum.
So treffend ist das, so präzise gespielt, so kompromisslos, dass man an Theaterstücke von Neil LaBute oder Harold Pincher denken muss.
Warum dieser brillante Film, der zum Besten zählt, das in den letzten Jahren in Deutschland gedreht wurde, nicht im Wettbewerb der Berlinale 2014 lief (sondern in der Reihe Perspektive Deutsches Kino) bleibt ein Rätsel." programmkino.de

Deutscher Filmpreis 2015 - Bester Spielfilm in Bronze und Bestes Drehbuch ||| Nominierung - Beste Regie