The Act of Killing

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Vorstellungen vom 30.01.2014 bis zum 14.02.2014.

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Publikumspreis Berlinale 2013 - unvergesslich und grauenhaft brilliant

"In einem Jahr voller starker Dokumentarfilme sorgt einer für besonderes Aufsehen: Joshua Oppenheimers Annäherung an Massenmörder, die im Indonesien der 60er Jahre Hunderttausende angeblicher Kommunisten ermordeten.

Bei der Berlinale gefeiert und mit dem Publikumspreis ausgezeichnet, fand der Film zunächst dennoch keinen Verleih. Es musste sich erst eigens einer gründen, um ihn doch noch in die deutschen Lichtspielhäuser zu bringen.
Gut, dass das gelungen ist – denn radikaler als hier wird Kino in diesem Jahr nicht mehr.

Indonesien 1965: Angeblich unterstützt die Kommunistische Partei des Landes einen Putschversuch, der den immer willkürlicher regierenden Präsidenten Sukarno des Amtes entheben will. Rechtgerichtete Kräfte des Militärs unter dem Oberbefehlshaber Suharto verhindern den Umsturz, nur um anschließend selbst die Macht zu übernehmen.
In der Folge kommt es zu einer wahnhaften Hetzjagd auf angebliche Kommunisten und chinesisch-stämmige Indonesier.
Die Massaker sind bis heute unzureichend untersucht...

Eigentlich ist Oppenheimers Methode Wahnsinn: Um den Mördern von damals so nahe zu kommen, muss er sich mit ihnen gemein machen, muss ihr Vertrauen gewinnen.

Ein ums andere Mal fürchtet man, dass ihm das Projekt entgleitet. Zumal der Film im Film, für den sich die Killer als Opfer schminken lassen und in deren Rollen schlüpfen, wild wuchert wie ein widerlicher Alptraum, den man nicht los wird.
Das Geschehen wird ständig surreal übersteigert. Und dennoch setzt Oppenheimer damit einen Prozess der Wahrheitsfindung in Gang, so mächtig, dass er nicht nur Anwar von den Füßen holt, sondern auch den Zuschauer völlig gefangen nimmt.

Der Mörder muss schlussendlich der Realität ins Gesicht blicken. Ihm wird klar, dass ihn all die Opfer, die unter ihm litten, niemals loslassen werden. Der Irrsinn, der damals Methode hatte, er holt den Mörder unbarmherzig ein." programmkino.de

Dänemark/Norwegen/Großbritannien 2012, 115min, FSK: 16, Regie: Joshua Oppenheimer