Mistgabel und Federboa - Farmer John

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Vorstellungen vom 04.10.2007 bis zum 24.10.2007.

Infos

Nach dem frühen Tod seines Vaters führte John Peterson dessen Farm im nördlichen Illinois weiter und sorgte für Dutzende Kühe, Hühner und Schweine. Als er während des Studiums die Gegenkultur der 60er Jahre kennen lernte, wandelte er seinen Hof zum Hippie-Mekka um und lebte im "Midwest-Coast"-Experiment eine Dekade lang seine wilden Jahre aus. Bis er 1982 hochverschuldet das meiste Land verkaufen musste, seine Depressionen mit dem Schreiben eines Buchs in Mexiko kurierte und schließlich auf ökologische Landwirtschaft umstieg.

Die bewegte Vita eines Biobauern hat Taggart Siegel ("Shadow of the Pepper Tree") zu einer durchweg unterhaltsamen Dokumentation zusammengefügt. Nebenbei blättert er damit mehrere erhellende Kapitel amerikanischer Landwirtschaftsgeschichte auf.

"Im Vergleich zu anderen Dokumentationen, die sich dem Thema annehmen, unterscheidet sich „Mit Mistgabel und Federboa“ doch sehr deutlich. Nicht dass die Themen, die aktuell von Interesse sind, weniger zur Sprache kämen, so liegt doch der gefühlte Schwerpunkt auf dem Menschen John Peterson. Eine ungewöhnliche Komponente stellt dennoch die Art und Weise dar, wie mit der Farm umgegangen wird.
Es wird kein Hehl daraus gemacht, dass diese ein Schauplatz, eine Bühne also ein Ort der Inszenierung ist. Verkaufen uns doch andere Filme wie „Unser täglich Brot“ die Wahrheit, dass es den märchenhaften Bauernhof, wie wir ihn aus Kinderbüchern kennen, nicht gibt. Hier jedoch wird genau ein solcher als funktionierender Betrieb dargestellt. Sei es ein Ausnahmefall oder nicht, so ist es doch interessant, dass die Grenzen verschwimmen und man manches Mal auch das Gefühl bekommt, es könnte doch nur ein Fake, alles nur für die gute Sache als Werbung inszeniert worden sein.
Die interessantesten Szenen dabei sind diejenigen, in denen John Peterson quasi als Clown in der Arena seine Auftritte feiert. Anscheinend braucht es aber gerade eine solche Inszenierung, um eine andere, viel größere Kluft überzeugend zu überwinden. Der eigentliche Konflikt, der in allen kritischen Dokumentationen zu dem Themenkomplex im Hintergrund schwelt, ist der von der Entfremdung des Menschen in der Moderne. Dass Harlekine im Allgemeinen die Sprachrohre der Wahrheit sind, trifft auf Farmer John nicht nur sprichwörtlich zu." filmstarts.de

„Sehr besonders ... Eine humorvolle, packende und mit genauem Blick erzählte Geschichte.“
Al Gore, ehemaliger Vize-Präsident der USA, Dozent, Redner, Autor, Umweltaktivist

„Ein charmanter, wundervoller und wichtiger Film.“
Alice Waters

„Die Person John Peterson ist ein beeindruckender und komplexer Charakter. Seine Geschichte geht einem zu Herzen,bricht einem fast das Herz. Und hinterlässt den Zuschauer mit einer sehr erfüllenden Vision.“
Nina Utne, UTNE, utne.com

„Der Film ist eine zutiefst berührende Metapher über die Lebenskrisen einer ganze Generation. Die
Geschichte von Johns Triumph reflektiert auch wesentliche Erlebnisse von uns Stadtkindern - unsere
verzweifelte Suche nach Kontakt zur Mutter Erde und unsere unvermeidliche Trennung von ihr durch unser
Alltagsleben.“
Mark Achbar, Regisseur, u.a. The Corporation
„Ein liebenswerter, berührender, inspirierender und ganz eigener Dokumentarfilm.”
Roger Ebert, Chicago Sun-Times

„Der Film , Farmer John’ reflektiert 50 außergewöhnliche Jahre im Leben eines epochalen Charakters - ein
beeindruckender Charakter ... beschenkt mit einem beseelten Optimismus, so großartig wie die Fruchtbarkeit der
Böden im mittleren Westen ...“
Scott Foundas, Variety
„Einer der Top-Ten Filme es Jahres. So amüsant, berührend und voller Hoffnung wie ein extra zu diesem Zwecke
erdachtes, fiktional erzähltes Drama.“
Shawn Levy, The Oregonian

„ ... Einblick in das radikale Gedankengut der 60er, kombiniert mit freier Liebe und dem Verdacht der
Teufelsanbetung (kein Witz!) – Elemente, zusammen verpackt in die Erzählung der Lebensgeschichte eines
aufrechten Arbeiters. Man denkt man kennt diese Geschichten ist aber bei diesem Filmdennoch in jeder Sekunden
aufs Neue überrascht.“
Adam Nayman, Toronto Eye Weekly

USA 2005, 85 Min., R: Taggart Siegel, dokfilm