Des Wahnsinns letzter Schrei

Bild

Bild

Vorstellungen vom 08.12.2005 bis zum 20.12.2005.

Infos

BRD 2005, Umwälzungen finden statt.
Obwohl es zu wenig Arbeitsplätze gibt, werden Arbeitslose per Gesetz gezwungen ihre Ersparnisse aufzubrauchen, unterhalb der Armutsgrenze zu leben und für 1,50 Euro eine ihnen zugewiesenen Arbeit zu leisten. Gleichzeitig wird so viel Geld verdient wie noch nie. Die Einnahmen aus Kapital werden immer grösser. Firmen schreiben Rekordgewinne.

Der Film versucht zu erklären, wie diese beiden Phänomene nebeneinander bestehen können. “Des Wahnsinns letzter Schrei” ist keine Reportage, sondern ein von verletztem Gerechtigkeitsempfinden vorangetriebener, persönlicher Film, der sein faktenlastiges Thema auf einer emotionalen Ebene rezipierbar darstellt. Ein Film über die Verhältnisse in der BRD in Zeiten, da die Verteilung des produzierten Reichtums neu verhandelt wird.

Hintergrund

Standortkonkurrenz, Hartz IV, Ein-Euro-Jobs, Ausbau eines Niedriglohnsektors, 25% Rendite für Anlegerinnen der Deutschen Bank, Prekarisierung – Auf der einen Seite die leeren Kassen, die Einsparungen und zunehmende Armut, auf der anderen Seite Rekordgewinne großer Unternehmen und steigende Einnahmen aus Kapitalanlagen.

Anliegen

Der Film ist ein mosaikartiges Portrait der Gesellschaft in Zeiten der sozialpolitischen und ideologischen Neuausrichtung in zehn Kapiteln. Warum wird der Sozialstaat reformiert? Was bedeuten die Veränderungen für die Menschen, die sie erleben (müssen), und wohin führen sie? Und möchten wir überhaupt dorthin? Dies sind die Fragen welche der Film aufwirft. Und er zeigt, dass die durch ständiges Wiederholen in den Rang handfester Wahrheiten aufgestiegenen Aussagen wie: "Es geht nicht mehr so" oder "Die anderen machen es auch so" als Rechtfertigungen für politisches Handeln nicht taugen.

Des Wahnsinns letzter Schrei zieht die vermeintliche Alternativlosigkeit des dominierenden wirtschaftspolitischen Modells in Zweifel. Er stellt sowohl die altmodische Frage danach, in welchem Verhältnis die absehbaren Folgen der Neuausrichtung der Arbeitsgesellschaft zu den Bedürfnissen der Menschen stehen, als auch die "verkrustete" Forderung nach einer gerechteren Verteilung des Reichtums.

BRD 2005, Dokumentarfilm, 56 Min., B+R: Bärbel Schönafinger, Tanja v. Dahlern, K: Britta Schneider