Der Bruch

Vorstellungen vom 08.11.2007 bis zum 14.11.2007.

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1. Todestag Frank Beyer

Während Bubi und Julian beide an eine Zukunft mit Tina glauben wollen, verlassen sich Walter Graf, Bruno Markward und Erwin Lubowitz lieber auf das sichere Einkommen, das im Herzen von Banktresoren schlummert.

Augenzeugen werden dem eher stümperhaft statt ausgeklügelten Coup und seinen Ausführenden schließlich zum Verhängnis. Eine recht lange Zeit kann Vollprofi Bruno: "Arbeit lohnt sich selten – Tätigkeit immer!“ die Polizei und ihre Zeugen noch nasführen. Doch schließlich stellt ihn der Fund eines Polizeilehrlings, der selbst noch nicht richtig trocken hinter den Ohren ist.

Verhängnisvoll wirken sich außerdem die eifersüchtigen Frauen aus, die immer da auftauchen wo Schimanski-Götz George, hier genannt "Der Graf“, die Szene beherrscht. Auch seine Festnahme wird zu einem Akt der Ironie: Der Kommissar landet bäuchlings auf dem blanken Hinterteil von Graf George.

Dabei hatte die sinnliche Nachtclubsängerin, die dem Graf ihr volles Vertrauen schenkte und so zu einem der vielen Mitwisser wurde, die ganze Sache hilfreich befördert. Schade nur, dass viel zu schnell bekannt wird, dass die Schöne "Ich war die heißeste Nummer im Lokal - und doch das kälteste Blond im ganzen Saal“ eigentlich Herr Müller heißt und genau dies auch ist. Verwirrend interpretiert diesen Part der Sänger Jürgen Walter.

Auf die Verwunderung der Polizei,die Lubowitz längst "über alle Berge“ wähnte, schnarrt Otto Sander unverwechselbar: "Was soll ich da – ich bin Berliner.“ Doch mit dem letzten der drei Ganoven, der dingfest gemacht wird, sind noch längst nicht alle Gauner geschnappt…

Ein köstlicher Plot, detailgenau und witzig selbst in kleinen Randgeschichten erzählt, mit großartigen Schauspielern und meisterhaft inszeniert ist Der Bruch ein Kinoklassiker, eine Kriminalkomödie, die sogar die Kernfragen unserer deutschen Existenz beantwortet: "Wie verhält sich der Marxismus eigentlich zum deutschen Weihnachtslied?“ – "Abwartend.“

"eine nostalgische Kriminalkomödie mit einem glänzenden Dialog (den macht dem DDR-Autor Wolfgang Kohlhaase nicht so leicht jemand nach)… Deutsche Geschichte, in einem Einbruch aufgebrochen, kurz nachdem Berlin in Trümmer und kurz bevor die Einheit Berlins zu Bruch ging.“ (Der Spiegel)

"Das gemischt gesamtdeutsche Ensemble … alle agieren wie die Glamourstars aus einem Kino, das es längst nicht mehr gibt. Die wunderbar lakonisch-ironischen Dialoge hat ihnen Kohlhaase auf dem Leib geschrieben.“ (Süddeutsche Zeitung)

"… Jürgen Walter, Travestie-Diseuse mit Knef-Stimme in jenem Nachtclub, ... wo Walter als "Schöner Müller“ unentwegt seinen heißen Tango singt, dessen Musik den Film champagnerhaft durchperlt.“ (Frankfurter Rundschau)