88 - pilgern auf japanisch

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Vorstellungen vom 13.11.2008 bis zum 03.12.2008.

Infos

Erstaufführung!!!

Schlangen erwachen,

die Kirschen erblühen –

Zeit, auf Pilgerschaft zu ziehen.
Der Jakobsweg ist gut und schön.

Hier aber kommt die neueste Pilgerreise –
die älteste und längste der Welt, der „Jakobsweg

hoch zwei“: der hachijuhakkasho, der Weg der
88 heiligen Orte.
Er umkreist die japanische Insel Shikoku. Wegen der vielen
Tempel, Schreine und Mönche nennen Japaner sie die „heilige
Insel“. Dort pilgern Menschen seit zwölfhundert Jahren, entlang
einer Route von 1.300 Kilometern, markiert durch 88 Tempel.

Wer hier geht, ist Japaner und Buddhist. Nur ganz selten mischt sich ein
Ausländer darunter.
Zum Beispiel im Frühjahr 2007. Da ging ein Deutscher
mit, allein, begleitet von seiner Kamera. Er war auf der Suche nach „henro boke“,
dem eigentümlichen Zustand des Pilgerns.
Davon handelt der Film.Insgesamt ist „88 – Pilgern auf Japanisch“ ein gelungener Dokumentarfilm. Immer wieder stellt Koll seine ursprüngliche Leitfrage: Was ist „henro boke“? Eine klare Antwort bekommt er darauf nicht. Die meisten Japaner verstehen ihn nicht, andere können sich ihm nicht verständlich machen. Und generell hat jeder der Gefragten eine eigene Vorstellung von „henro boke“. Es liegt also an Koll selbst, seine Frage zu beantworten. Und natürlich am Zuschauer, der ja – trotz der erwähnten Einbußen – mehr oder weniger live dabei ist. Das einzige Manko des Films ist der oft zu viel erklärende Off-Kommentar. Hin und wieder redet, redet und redet Koll, womit er von den Bildern ablenkt.
Wett gemacht wird das aber durch viele wunderschöne, teils sehr humorvolle Begegnungen mit Einheimischen. Zufallsbekanntschaften, die sich nach einer gemeinsamen Tasse Tee häufig schnell wieder verflüchtigen, hinterlassen mal mehr und mal weniger Eindruck. „88 – Pilgern auf Japanisch“ wird sicher nicht jedem Zuschauer gefallen, denn es ist ein Film, auf den man sich einlassen muss; keiner, der einen mit offenen Armen umschmeichelt. Und das ist in diesem Fall auch gut so.

D 2008, 88 Min., B+R+K+P: Gerald Koll, digitale Projektion