Schweigende Geschichtszeugen des 20. Jahrhunderts

Vorstellung am 19.12.2017

Infos

Deutschland, Ukraine 2017
Sprache(OF): ukrainisch

Zur Website des Filmes

Center for Independent Social Research e.V. Berlin lädt ein

Deutsch-Ukrainische Videoakademie für Dokumentarserien «DOCemotion»
Präsentation der Dokumentarserie unter Teilnahme der Filmautoren

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"Schweigende Geschichtszeugen des 20. Jahrhunderts" – das ist ein Versuch, die Berührungspunkte in historischen Gedächtnis der modernen posttotalitären Gesellschaft von der Ukraine und Deutschland zu finden sowie die Geschichte frei von den propagandistischen Ablagerungen zu zeigen.
Das Projekt wurde von der Journalistenschule der Ukrainischen katholischen Universität im Rahmen des Programms „Meet up! Deutsch-ukrainische Jugendbegegnungen“ mit Unterstützung der deutschen Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, des deutschen Außenministeriums sowie der Robert-Bosch-Stiftung organisiert.

Der Zyklus besteht aus vier Kurzfilmen und wurde von den gemischten ukrainisch-deutschen Teams der jungen Dokumentaristen unter Leitung der erfahrenen Regisseuren-Mentoren Akim Halimov, Bohdan Kutepov, Omelian Oshchudliak und Andrii Pryimachenko entwickelt.
Der Berater des Projekts war der Regisseur und Dokumentarfilmer Serhii Bukovskyi.
In den vier Orten der Ukraine – im Lviv, Poltava und Kyiv Gebiet – ist es den Projektteams gelungen, die Träger der lebendigen, eigenartigen Erinnerungen an die Ereignisse des zwanzigsten Jahrhunderts herauszufinden.

Meshuga (14:14).
Der Fremdenführer Leonid Golberg sammelt Körnchen um Körnchen, bewahrt und erzählt die Geschichte der Juden in der Stadt Drohobych. Der Wehrmachtoffizier Eberhard Helmrich und seine Frau Donata haben – ihr Leben riskierend – die Drohobych Juden während des Holocaust gerettet. Das heutige Leben von Leonid und die Geschichte von Helmrich wurde mit Hilfe der historischen Rekonstruktion widergegeben und verflechten sich eng im Film.
Aufnahmeteam: Olesya Bida, Vika Sloboda, Nastya Ivantsiv, Anna Ilin, Paul Haas, Omelyan Oshchudlyak.

Tag der Jugend (13:23).
Über vierzig Jahre lang funktioniert das Amateur-Filmstudio „Kolos“ im Dorf Vovchyk im Poltava Gebiet. Auf dem Kinofilm von damaliger Zeit sind die Demonstrationen, Subbotniks (freiwilliger Arbeitseinsatz), Kolchos-Alltag und Feste gebannt. Die Jahrzehnte sind vergangen, im landeskundlichen Museum, das zu Ehren des Filmstudiogründers Ivan Saienko genannt wurde, wurde eine Entscheidung getroffen, die alten Kinofilme, die bald zu Staub werden können, ins Leben zu rufen. Die Dorfbewohner sammeln sich zum ersten Mal zur Filmvorführung, die von der Museumsdirektorin und -wächterin organisiert wurde, um sich jung zu sehen. Werden sich die Bewohner von Vovchyk daran erinnern, wie das Leben in der Sowjetischen Union im Off war?
Aufnahmeteam: Darka Hirna, Serhiy Zhulin, Lena Steinbüchel, Lisa Hoffman, Oleksandra Chernova, Bohdan Kutiepov.

Jugend 1927 (11:16).
Als die Front des Zweiten Weltkrieges das Lviv Gebiet in 1944 erreicht hat, waren Eugen Kavych und Yaroslav Melnychuk sechzehn Jahre alt. Eugen wurde in die Grenadierabteilung der galizischen SS-Division aufgenommen und Jaroslaw Melnychuk, der die ukrainischen Nationalisten unterstützte, hat sich entschieden abzuwarten, zunächst im Abschub und dann in den Reihen der Sowjetischen Armee. In dreiundsiebzig Jahren haben sich die Männer, die während des Krieges in den benachbarten Dörfern wohnten, auf dem Schlachtfeld bei Brody getroffen, wo die galizische SS-Division gegen das Sowjetische Heer im Juli 1944 kämpfte.
Aufnahmeteam: Andriy Pryymachenko, Svitlana Dmytrenko, Yuliia Galeta, Daniel Magner, Paul Melzer, Taya Kutuzova.

Hauptexponat (12:48).
Das Gedächtnis der Stadt Berezan im Kyiv Gebiet hat seinen Namen: Halyna Rykh. Vor fünfzig Jahren hat die Geschichtelehrerin das Landeskundemuseum gegründet und die Exponate eigenhändig gesammelt. Heute ist sie die Direktorin und die Museumsführerin in einer Person sowie die Hauptträgerin der Erinnerungen an die Geschichte der Stadt. Sie ist fünfundneunzig Jahre alt. In den Zeiten, als es riskant und gefährlich war von Holodomor zu sprechen, hat Halyna Rykh ein Erinnerungsbuch erstellt, in das sie die Namen der an den von der sowjetischen Macht organisierten künstlichen Hunger Gestorbenen eingetragen hat.
Aufnahmeteam: Tatiana Stoliarova, Annagul Beschareti, Simon Muschick, Anna Yutchenko, Anna Chudanova, Akim Galimov.

After the Screening Q&A with the Directors - in english -